Cyprus, Nicosia

Namık-Kemal-Museum in Famagusta — Sehenswürdigkeiten und Anreise

Aktualisiert: 5 tage vor

Das Namık-Kemal-Museum befindet sich in der Altstadt von Famagusta, direkt neben dem Namık-Kemal-Platz und der Lala-Mustafa-Pascha-Moschee. In diesem historischen Gebäude verbrachte der osmanische Schriftsteller Namık Kemal 38 Monate im Exil — vom 9. April 1873 bis Juni 1876. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum: Es wurde 1993 restauriert und nach einer erneuten Renovierung am 9. Mai 2023 wiedereröffnet. Für einen Besuch reichen in der Regel 20–30 Minuten aus, und es bietet sich an, das Museum in einen Rundgang durch die Altstadt von Famagusta einzubauen. Wenn Sie Ihre Reise mit weiteren Ausflügen und historischen Orten ergänzen möchten, können Sie Ticketoptionen und Aktivitäten vorab über GetYourGuide einsehen.

Namık-Kemal-Museum in Famagusta

Wer war Namık Kemal

Namık Kemal war ein osmanischer Schriftsteller, Dichter, Journalist, Dramatiker und Sozialaktivist des 19. Jahrhunderts. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der späten Tanzimat-Zeit und als einer der prominentesten Intellektuellen der Bewegung der „Jungosmanen“.

In der türkischen Literaturtradition wird Namık Kemal oft als „türkischer Shakespeare“ bezeichnet. Er ist vor allem für seine Werke über Freiheit, Staat, Bürgerrechte und den Begriff des Vaterlandes bekannt. Seine Texte beeinflussten die weitere Entwicklung des türkischen gesellschaftlichen Denkens und der Literatur maßgeblich.

Im Kontext Nordzyperns ist das Museum nicht nur als biografischer Ort wichtig, sondern auch als Teil der historischen Route von Famagusta. Es ist einer der Orte, der die Stadtgeschichte mit der osmanischen Zeit und der Literaturkultur verbindet.

Aufenthalt in Famagusta

Namık Kemal wurde am 9. April 1873 von Sultan Abdülaziz ins Exil geschickt, nachdem sein Theaterstück „Vaterland oder Silistria“ für großes öffentliches Aufsehen gesorgt hatte. Die osmanischen Behörden hielten es für politisch gefährlich, da darin Themen wie Patriotismus, Freiheit und Bürgerpflicht offen angesprochen wurden.

In Famagusta war der Schriftsteller zunächst im unteren Raum des Gebäudes untergebracht. Beschreibungen zufolge war dieser Raum dunkel, eng und für einen längeren Aufenthalt kaum geeignet. Später wurde er mit Genehmigung des Gouverneurs von Zypern in das Obergeschoss verlegt, zu dem eine steinerne Außentreppe führt.

Namık Kemal verbrachte 38 Monate in Famagusta. Nach seiner Begnadigung im Jahr 1876 kehrte er nach Konstantinopel zurück. Die Entstehung der Stücke „Gülnihal“ und „Akif Bey“ wird mit dieser Zeit in Verbindung gebracht.

Namık-Kemal-Denkmal in Famagusta

Das Museumsgebäude

Das Gebäude, in dem Namık Kemal lebte, ist mit dem Komplex des venezianischen Palazzo del Provveditore verbunden, entspricht jedoch in seiner heutigen Form hauptsächlich der osmanischen Zeit. Das Erdgeschoss weist ältere architektonische Merkmale auf, während das Obergeschoss in einem ausgeprägteren osmanischen Stil gestaltet ist.

Die erste Etage besteht aus einem Raum mit einem Gewölbe, einer niedrigen Bogentür und einem vergitterten Fenster zum Innenhof. Trotz der gebräuchlichen Bezeichnung „Verlies“ (Dungeon) handelt es sich nicht um einen unterirdischen Raum.

Eine steile steinerne Außentreppe führt in den zweiten Stock. Der obere Raum ist heller und geräumiger: Er verfügt über große Fenster, einen Vorplatz am Eingang und einen Marmorboden. Die Verlegung in das obere Stockwerk verbesserte die Lebensbedingungen des Schriftstellers daher erheblich.

Im Jahr 1993 wurde das Objekt restauriert und als Museum eröffnet. Nach einer erneuten Restaurierung wurde das Museum am 9. Mai 2023 wiedereröffnet. Im Inneren befinden sich Materialien zu Namık Kemals Leben, seinem Exil in Famagusta und der Geschichte des Gebäudes selbst.

Einigen historischen Berichten zufolge wurde derselbe Raum später auch von den britischen Behörden genutzt; dieses Detail sollte jedoch eher als ergänzende Version und nicht als wichtigste bestätigte Tatsache über das Museum verstanden werden.

Namık-Kemal-Museumsgebäude in der Altstadt von Famagusta

Anfahrt

Das Museum befindet sich im Zentrum von Famagusta, in der Altstadt hinter den Festungsmauern. Busse fahren meist nicht direkt dorthin, daher ist es ratsam, einen Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen. Die nächstgelegene Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs befindet sich am Kreisverkehr beim Anıt-Park, genau an diesem Punkt.

Direkt am Museum kann man nicht parken: Es liegt an einem Platz innerhalb einer Fußgängerzone. Es ist bequemer, das Auto zwischen dem Othello-Schloss und dem Desdemona-Park abzustellen, und zwar hier.

Wenn Sie Ihre Reise ohne eigenes Auto planen möchten, können Sie zusätzliche Exkursionen und Eintrittskarten für die Region über GetYourGuide finden. Details zur Autovermietung finden Sie im Artikel „Mietwagen in Nordzypern“.

Falls Sie planen, an einem Tag mehrere Orte in und um die Altstadt zu besichtigen, ist es meist praktisch, verfügbare Aktivitäten vorab über Tiqets zu vergleichen und dann die Empfehlungen aus dem Artikel „Mietwagen in Nordzypern“ zu konsultieren.

Ganz in der Nähe befinden sich die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee, der Namık-Kemal-Platz und der älteste Feigenbaum Zyperns. Daher lässt sich das Museum gut in einen kurzen Rundgang durch das historische Zentrum von Famagusta integrieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Zeit nimmt der Besuch des Namık-Kemal-Museums in Anspruch?

Für eine normale Besichtigung reichen meist 20–30 Minuten. Wenn man den Besuch mit einem Spaziergang über den Platz und zu benachbarten Sehenswürdigkeiten verbindet, dauert der Aufenthalt entsprechend länger.

Hat das Museum einen eigenen Parkplatz?

Nein, am Gebäude selbst gibt es keine Parkplätze. Das Auto wird normalerweise am äußeren Teil der Altstadt oder in der Nähe des Othello-Schlosses abgestellt, von wo aus man zu Fuß weitergeht.

Was gibt es in der Nähe des Museums zu sehen?

Ganz in der Nähe liegen die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee, der Namık-Kemal-Platz, der Cümbez-Baum und das Othello-Schloss.

Warum wird das Museum als Verlies von Namık Kemal bezeichnet?

Dieser Name bezieht sich auf die Zeit seines Exils in Famagusta. Dabei ist der untere Raum historisch gesehen kein Verlies im eigentlichen Sinne, auch wenn sich die Bezeichnung „Dungeon“ in touristischen und musealen Beschreibungen des Objekts etabliert hat.

Eignet sich das Museum für einen eigenständigen Rundgang durch Famagusta?

Ja. Es ist ein kompakter und praktischer Zwischenstopp im Zentrum der Altstadt, der sich leicht mit der Besichtigung der wichtigsten historischen Orte Famagustas kombinieren lässt. Wenn Ihre Route mehrere Punkte außerhalb des Zentrums umfasst, ist es ratsam, verfügbare Ausflugsoptionen vorab über GetYourGuide zu prüfen.

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