Cyprus, Nicosia

„Das war kein Unfall“: Die Mutter des bei einer Bus-Tragödie ums Leben gekommenen Mehmet Raif Koçak wandte sich erneut an das Gericht und die Öffentlichkeit

20.01.2026 / 10:14
Nachrichtenkategorie

Der zweite Jahrestag des Todes des 18-jährigen Mehmet Raif Koçak, der am 20. Januar 2023 auf der alten Straße Famagusta–Nikosia ums Leben kam, hat die Öffentlichkeit erneut aufgerüttelt. Bei dem tragischen Unfall am Straßenrand kam der junge Mann ums Leben, als er zu Fuß nach Hause zurückkehrte.

Im Vorfeld einer weiteren Gerichtsverhandlung veröffentlichte die Mutter des Verstorbenen, Şerife Koçak, einen emotionalen Appell, in dem sie über das Leben ihres Sohnes, die tragischen Umstände seines Todes und zwei Jahre des Wartens auf Gerechtigkeit berichtete. In ihrem Text betont sie, dass das Geschehen ihrer Ansicht nach kein Unglücksfall war, sondern das Ergebnis einer Kette grober Verstöße und Fahrlässigkeit.

Nach Angaben der Mutter ging der von Erhan Çelik gesteuerte Bus am Tag der Tragödie trotz defekter und unzureichender Beleuchtung auf die Strecke. Der Bus fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit und mit Fahrgästen an Bord. Mehmet ging am Straßenrand und war gut sichtbar — mit Rucksäcken mit reflektierenden Elementen und großen weißen Aufschriften. Dennoch erfasste ihn der Bus von hinten und schleuderte ihn mehrere Meter weit.

Nach dem Unfall wurde der junge Mann zunächst ins Krankenhaus von Famagusta, dann nach Nikosia und später ins Makarios-Krankenhaus auf der Südseite Zyperns gebracht. Trotz einer Notoperation und eines kurzen Hoffnungsschimmers wurde einige Tage später der Hirntod festgestellt. Mehmet verstarb am 28. Januar 2023, an dem Tag, an dem er seinen 18. Geburtstag hätte feiern sollen.

Şerife Koçak betont, dass ihre Familie seit zwei Jahren mit dem Schmerz des Verlustes und dem Gefühl fehlender Gerechtigkeit lebt. Sie fordert, dass der Vorfall zu einem Präzedenzfall wird und der Schuldige die strengste Strafe erhält.

Die nächste Gerichtsverhandlung in dem Fall findet am 23. Januar 2026 in İskele statt. Die Mutter des Verstorbenen rief alle, die ihre Forderung nach Gerechtigkeit teilen, dazu auf, zum Gerichtsgebäude zu kommen und die Familie zu unterstützen.

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