Cyprus, Nicosia

„Das ist eine Schande“: Apothekerin Dikle Tekiner kritisiert die Situation mit Medikamenten in Nordzypern scharf

28.01.2026 / 18:42
Nachrichtenkategorie

Medikamentenengpässe und Störungen im Gesundheitssystem Nordzyperns sind erneut in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, nachdem Apothekerin Dikle Tekiner nach einem Apothekendienst eine aufsehenerregende Erklärung abgegeben hatte.

Die Apothekerin machte auf ein ernstes Problem aufmerksam: Viele Medikamente in Lagern und Apotheken werden bald unbrauchbar sein. Ihren Angaben zufolge haben Arzneimittel, die derzeit verschrieben werden, eine Haltbarkeit von weniger als zwei Monaten und werden in Kürze als Abfall abgeschrieben.

Tekiner betonte, dass dies wirtschaftlichen Schaden verursacht und zugleich ein moralisches Problem darstellt, da Medikamente unter Bedingungen des Mangels faktisch weggeworfen werden.

In ihrer Erklärung schilderte die Apothekerin ausführlich die Probleme, mit denen Apothekenmitarbeiter täglich konfrontiert sind. Laut ihr zwingt der Mangel an Kinderdosierungen Apotheker dazu, Dosierungen aus Erwachsenenpräparaten zu berechnen. Dabei wird ein Teil des Medikaments verwendet, der Rest entsorgt.

„Es war mir peinlich, vier von fünf Patienten sagen zu müssen, dass das Medikament nicht verfügbar ist, seit Monaten nicht geliefert wird und es einen Engpass auf dem Markt gibt“, sagte sie.

Sie fügte hinzu, dass Apotheker gezwungen seien, Patienten lange zu erklären, wie Medikamente unter ungewöhnlichen Bedingungen richtig einzunehmen sind, und sich dabei vor den wartenden Menschen unwohl fühlen.

Tekiner betonte, dass sie als einfache Apothekerin wiederholt Scham empfunden habe, die Verantwortung jedoch bei denjenigen liege, die Führungspositionen innehaben und sich der Verantwortung entziehen.

„Selbst wenn wir die ganze Insel mit schwarzen Fahnen behängen, lässt sich diese Schande nicht verbergen“, erklärte sie.

Die Apothekerin räumte ein, dass der letzte Dienst für sie psychologisch einer der schwierigsten gewesen sei. Zum Abschluss sprach sie ihren Kolleginnen und Kollegen Unterstützung aus:

„Ich wünsche allen Apothekern und medizinischen Fachkräften Kraft, die mit diesem System allein gelassen werden, aber weiterhin für die Gesundheit der Menschen kämpfen. Schützen Sie Ihre Gesundheit — denn selbst wenn Sie Geld haben, erhalten Sie möglicherweise keine Behandlung“, sagte Tekiner.

Nur registrierte Benutzer können Kommentare hinterlassen. Um einen Kommentar abzugeben,melden Sie sich bei Ihrem Konto an oder erstellen Sie ein neues →