Cyprus, Nicosia

KTMMOB: Fehler im Glasfaserinfrastrukturprojekt könnten die TRNZ technisch abhängig machen

07.02.2026 / 11:19
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Die Kammer der Computeringenieure (BMO), Mitglied der Union der Kammern türkisch-zyprischer Ingenieure und Architekten (KTMMOB), warnte vor erheblichen Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung des Glasfaserinfrastrukturprojekts in der TRNZ.

In einer schriftlichen Erklärung wird betont, dass das Projekt selbst ein „historischer Schritt“ für die digitale Zukunft des Landes sei. Die Umsetzung einer derart groß angelegten und strategisch wichtigen Infrastruktur ohne klar definierte technische und rechtliche Garantien stelle jedoch eine Gefahr für das öffentliche Interesse dar.

BMO wies darauf hin, dass ein Glasfasernetz in seiner Bedeutung mit Straßen, Häfen und Energienetzen vergleichbar sei und dass die heute getroffenen Entscheidungen das Land in den nächsten 20–30 Jahren direkt beeinflussen würden.

Nach Angaben der Kammer sind im aktuellen Protokollentwurf nicht festgelegt:

  • wer Eigentümer der Infrastruktur sein wird,
  • ob ein gleichberechtigter Zugang für alle Internetanbieter gewährleistet ist,
  • wo und wie die Daten der Bürger der TRNZ verarbeitet werden,
  • ob der interne Internetverkehr auf der Insel verbleibt,
  • welche Rolle lokale Ingenieure spielen werden,
  • welche Garantien hinsichtlich Servicequalität und Störungsbehebungszeiten vorgesehen sind.

In der Erklärung wird betont, dass ohne diese Garantien ein einzelnes Unternehmen die vollständige Kontrolle über die Infrastruktur erlangen könnte, die Tarife einer realen Kontrolle entzogen wären, Bürgerdaten im Ausland verarbeitet werden könnten und das lokale ingenieurtechnische Potenzial sich nicht entwickeln würde.

BMO erklärte, man sei nicht gegen Investitionen in ein Glasfasernetz, sondern halte diese im Gegenteil für lebenswichtig für die TRNZ. Nach ihrer Auffassung müsse die Infrastruktur jedoch:

  • in öffentlichem Eigentum bleiben,
  • allen Betreibern zu gleichen Bedingungen offenstehen,
  • die Speicherung und Verarbeitung von Daten im Land gewährleisten,
  • die aktive Beteiligung lokaler Fachkräfte vorsehen,
  • gesetzlich festgelegte Qualitätsstandards haben,
  • Cybersicherheit und digitale Souveränität garantieren.

Die Kammer betonte, dass es sich nicht nur um ein Internetprojekt handelt, sondern um eine nationale digitale Infrastruktur, die Bildung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Sicherheit betrifft.

Abschließend rief KTMMOB Abgeordnete, zuständige Behörden und die Öffentlichkeit dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und das Protokoll im Interesse des Staates zu überarbeiten.

„Wenn heute die richtige Entscheidung getroffen wird, kann die TRNZ ein vollwertiger Teilnehmer der digitalen Ära werden. Fällt die Entscheidung falsch aus, werden zukünftige Generationen den Preis dafür zahlen“, heißt es in der Erklärung.

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