Cyprus, Nicosia

Die Zahl der Autohäuser in Nordzypern wächst rasant — die Behörden kennen nicht einmal die genaue Anzahl

03.02.2026 / 19:33
Nachrichtenkategorie

In Nordzypern wird das Problem des unkontrollierten Wachstums von Autogalerien immer deutlicher und ist vom Ausmaß her bereits mit der Situation im Bausektor vergleichbar. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Autohäuser stark gestiegen, doch das Fehlen einer wirksamen Kontrolle und eines einheitlichen Registers wirft sowohl bei Experten als auch bei Branchenvertretern ernste Fragen auf.

Zusätzliche Besorgnis rufen Vorfälle mit dem Einsatz von Schusswaffen im Zusammenhang mit Autogalerien hervor, die zuletzt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind. Dies deutet darauf hin, dass das Problem über eine rein kommerzielle Tätigkeit hinausgeht und Fragen der Sicherheit und der öffentlichen Ordnung berührt.

Ein weiteres Alarmsignal ist die Lage auf dem Automarkt: eine große Anzahl von Fahrzeugen, die monatelang nicht verkauft werden und nicht den Besitzer wechseln. Nach Ansicht von Fachleuten könnte ein solches Bild auf die Nutzung von Autogalerien für Geldwäsche illegaler Einnahmen hindeuten.

Das Kernproblem besteht jedoch darin, dass der Staat über keine genauen Daten zur Anzahl der Autohäuser im Land verfügt.

Nach Angaben, die im Juli 2024 vom Vorsitzenden des Verbandes der Autohändler und -importeure (MASİB), Barış Yüce, veröffentlicht wurden, gibt es in Nordzypern etwa 700 registrierte Autogalerien. Gleichzeitig erklärte er, dass mindestens ebenso viele ohne offizielle Registrierung tätig sind.

Nach inoffiziellen Informationen, die Vertreter des Sektors den zyprischen Medien mitteilten, könnte die Gesamtzahl der Autogalerien — sowohl registrierte als auch illegale — jedoch 2.000 übersteigen.

Statistiken des Automobilmarktes stützen diese Einschätzungen indirekt. Im Durchschnitt werden im Land jährlich etwa 13.000 neue Fahrzeuge zugelassen, die Gesamtzahl der Fahrzeuge näherte sich bis Juli 2025 der Marke von 450.000, und monatlich werden rund 2.000 Kauf- und Verkaufstransaktionen durchgeführt.

Experten warnen: Wird die Tätigkeit der Autogalerien nicht in einen rechtlichen Rahmen überführt, wird der Staat weiterhin erhebliche Steuereinnahmen verlieren, während die Rechte von Käufern und Verkäufern gefährdet sind. Das Fehlen einer wirksamen Aufsicht und Gesetzeslücken machen dringende und umfassende Maßnahmen gegen illegale Autohäuser erforderlich.

Nach Einschätzung von Fachleuten handelt es sich dabei nicht mehr nur um ein wirtschaftliches Problem, sondern um eine systemische Bedrohung für Sicherheit, Verbraucherschutz und die öffentliche Ordnung.

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