Cyprus, Nicosia

Ungewöhnliches Planetensystem Entdeckt, Das Klassische Vorstellungen Über Die Planetenentstehung Widerlegt

14.02.2026 / 17:49
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Astronomen haben mithilfe von Teleskopen der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ein ungewöhnliches Planetensystem namens LHS 1903 entdeckt, das einen Roten Zwerg — den häufigsten Sterntyp im Universum — umkreist.

Das System besteht aus vier Planeten und weist eine äußerst atypische Struktur auf. Der der Sonne am nächsten gelegene Planet ist felsig. Es folgen zwei Gasriesen. Überraschenderweise ist jedoch der äußerste — der vierte — Planet wieder felsig.

Diese Anordnung widerspricht dem allgemein akzeptierten Modell der Planetenentstehung, wonach sich in der Nähe eines Sterns gewöhnlich felsige Planeten bilden und weiter entfernt Gasriesen. So ist auch unser Sonnensystem aufgebaut.

Nach der klassischen Theorie entstehen Planeten aus einer Gas- und Staubscheibe um einen jungen Stern. Die inneren Bereiche der Scheibe sind zu heiß, sodass sich dort nur felsige Körper bilden können. Weiter vom Stern entfernt sind die Temperaturen niedriger, wodurch Eis und andere Verbindungen gefrieren, massive Kerne bilden und anschließend Gase anziehen — so entstehen Gasriesen.

Besondere Aufmerksamkeit erregte der äußere felsige Planet LHS 1903 e, dessen Radius etwa 1,7-mal so groß ist wie der der Erde. Dynamische Analysen zeigten, dass er nicht durch Kollisionen anderer Körper entstanden ist und kein „entblößter“ Gasriese ist, der seine Atmosphäre verloren hat.

Wissenschaftler vermuten, dass sich das System nach einem sogenannten „gasarmen“ Szenario gebildet haben könnte. Demnach entstanden die Planeten nacheinander — von innen nach außen. Zum Zeitpunkt der Entstehung des äußersten Planeten könnte im Protoplanetenscheibe nicht mehr genügend Gas vorhanden gewesen sein, damit er zu einem Riesen wird.

LHS 1903 gilt als wichtiges „Labor“ zur Erforschung alternativer Szenarien der Planetenentstehung. Einige Experten vermuten, dass der äußere felsige Planet eine ungewöhnliche Atmosphäre besitzen könnte. Künftige Beobachtungen, unter anderem mit dem James-Webb-Weltraumteleskop, sollen dies überprüfen.

Die Studie betont, dass die Prozesse der Planetenentstehung weitaus komplexer sind als bisher angenommen, und dass solche Entdeckungen unser Verständnis der Struktur von Planetensystemen im Universum grundlegend verändern könnten.

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