Cyprus, Nicosia

Der Verlust eines Haustiers kann schweres und langanhaltendes Leid verursachen

18.01.2026 / 16:33
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Der Verlust eines Haustiers kann bei einem Menschen eine anhaltende Trauerstörung auslösen, die in ihrer Schwere mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen vergleichbar ist.

Eine anhaltende Trauerstörung ist ein psychischer Zustand, der Monate oder sogar Jahre andauern kann. Er geht mit starkem Sehnsuchtsgefühl, dem Empfinden, einen Teil von sich selbst verloren zu haben, Apathie, sozialer Isolation und Schwierigkeiten im Alltag einher.

Die Studie basiert auf einer Befragung von 975 Erwachsenen im Vereinigten Königreich. Dabei zeigte sich, dass 7,5% der Menschen, die ein Haustier verloren hatten, die klinischen Kriterien einer anhaltenden Trauerstörung erfüllten. Dieser Wert war etwa genauso hoch wie bei Personen, die einen engen Freund verloren hatten, und nur geringfügig niedriger als nach dem Verlust eines Geschwisters oder Partners.

Höhere Raten der Störung wurden nur nach dem Tod der Eltern (11,2%) und von Kindern (21,3%) festgestellt. Gleichzeitig gaben rund 20% der Befragten, die sowohl den Verlust eines Menschen als auch eines Tieres erlebt hatten, an, dass der Verlust des Haustiers für sie schwerer gewesen sei.

Die Autoren der Studie betonen, dass trotz der verbreiteten Ansicht, Trauer um ein Tier sei „weniger ernst“, die psychologischen Erscheinungsformen dieser Trauer vollständig mit den Reaktionen auf den Tod eines Menschen übereinstimmen.

Der Leiter der Studie, der Professor für Psychologie an der Maynooth University (Irland) Philip Hyland, erklärte, dass die Ergebnisse bestehende diagnostische Ansätze infrage stellen. Seiner Ansicht nach erlauben die derzeitigen klinischen Leitlinien keine Diagnose einer anhaltenden Trauerstörung nach dem Tod eines Tieres, was er als wissenschaftlich unbegründet und unsensibel gegenüber den realen Erfahrungen der Menschen bezeichnete.

Hyland betonte, dass der Ausschluss des Verlusts eines Haustiers aus den Diagnosekriterien weder der psychologischen noch der evolutionären Realität entspreche und einer Überprüfung bedürfe.

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