Ehemaliger Finanzombudsmann: Über 3.000 illegale Einbürgerungen auf Zypern
Der ehemalige Finanzombudsmann Pavlos Ioannou erklärte am 18. Februar 2026, dass Massenverstöße im Staatsbürgerschaftsprogramm Zyperns festgestellt wurden. Ihm zufolge hat die Nicolatos-Kommission rund 3.000 illegal ausgestellte Pässe entdeckt.
Die Kommission untersuchte etwa 6.000 Fälle, um die Rechtmäßigkeit der Verfahren in verschiedenen Zeiträumen zu prüfen. Ioannou merkte an, dass in mehreren Fällen Elemente gefunden wurden, die eine strafrechtliche Untersuchung erfordern.
Der Ausschuss selbst verfügte nicht über strafrechtliche Befugnisse und stufte den Fall als „Hochrisiko“ ein. Nach Abschluss der Prüfung wurden die Schlussfolgerungen der Kommission an die Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet, die polizeiliche Maßnahmen einleitete.
Ioannou wies auch auf systemische Lücken bei den Prüfungen hin: Ständige Änderungen der Finanzregeln schufen Bedingungen für Missbrauch, und Zuverlässigkeitsprüfungen der Antragsteller wurden oft nicht durchgeführt. Er nannte Beispiele für das Fehlen einer tatsächlichen Verifizierung der gekauften Immobilien.
Nach seiner Einschätzung führten die massenhafte Vergabe von Pässen und schwache Kontrollen zur Diskreditierung der zyprischen Wirtschaft auf internationaler Ebene und machten das Eingreifen von Strafverfolgungsbehörden erforderlich.

