Cyprus, Nicosia

Fünf Jahre nach dem Skandal: Prozess gegen Augenärzte auf Zypern hat begonnen

10.03.2026 / 10:07
Nachrichtenkategorie

In Nikosia hat das Gerichtsverfahren gegen zwei Augenärzte begonnen, denen vorgeworfen wird, dass acht Patienten aufgrund von Komplikationen nach Kataraktoperationen im Jahr 2020 ihr Augenlicht verloren haben.

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2020 in einer Privatklinik, in der Patienten im Rahmen des staatlichen Gesundheitssystems General Healthcare System operiert wurden. Nach dem chirurgischen Eingriff entwickelten die Patienten eine schwere Infektion – einen resistenten Stamm des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa, was zu schwerwiegenden Komplikationen führte.

Den Ermittlungen zufolge verwendeten die Ärzte medizinische Einwegmaterialien – Augentropfen, Kochsalzlösung und chirurgisches Zubehör – unter Bedingungen, die unsicher gewesen sein könnten.

Insgesamt werden den Angeklagten acht Fälle von Fahrlässigkeit vorgeworfen – einer für jeden Patienten. Wenn die Schuld bewiesen wird, drohen den Ärzten bis zu zwei Jahre Haft.

Die Folgen für die Patienten waren extrem schwerwiegend:

  • mehrere Personen verloren ihr Sehvermögen vollständig,
  • in einigen Fällen mussten die Ärzte ein Auge entfernen,
  • betroffen waren vier Männer und vier Frauen.

In den Jahren der Ermittlung sind zwei der Opfer verstorben. Eine der Patientinnen, die 79-jährige Christoulla Strati, starb im Jahr 2021. Angehörige bringen ihren Tod mit den Komplikationen nach der Operation und der anschließenden Infektion in Verbindung.

Der Prozess hat sich über Jahre hingezogen: Der Vorfall ereignete sich 2020, die Anklage wurde erst im Februar 2022 erhoben, und die Anhörungen haben erst jetzt begonnen. Die Verhandlung wird in den kommenden Monaten fortgesetzt.

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