Fall einer 23-jährigen Transgender-Frau wirft erneut Fragen zu den Haftbedingungen in Zypern auf

Probleme im Zusammenhang mit der Unterbringung von Transgender-Häftlingen aufgrund fehlender klar definierter Verfahren sind erneut in den Fokus gerückt, nachdem eine 23-jährige brasilianische Staatsbürgerin vom Ständigen Strafgericht Larnaka zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde.
Die Verurteilte ist eine Transgender-Frau, die ihre Geschlechtsidentität rechtlich anerkannt hat. Nach der Verurteilung in einem Fall wegen des Transports von 890 Gramm Kokain beantragte sie, in einem Frauengefängnis untergebracht zu werden. Derzeit wurde sie jedoch vorübergehend in einer separaten Einrichtung außerhalb der allgemeinen Gefangenenpopulation untergebracht.
Berichten zufolge wurde diese Entscheidung aus Sicherheitsgründen getroffen, um das Risiko von Gewalt oder gezielten Angriffen zu verringern.
Das Gericht legte besonderen Wert auf ihre Haftbedingungen und betrachtete diese als mildernden Umstand. Die Anwältin der Verurteilten, Evanthia Constantinou, betonte die Notwendigkeit einer dauerhaften institutionellen Lösung und wies darauf hin, dass Strafvollzugssysteme – sowohl in Zypern als auch anderswo – vor erheblichen Herausforderungen stehen, wenn es darum geht, die Rechte und die Sicherheit besonders schutzbedürftiger Gefangener zu gewährleisten.
Es wurde auch festgestellt, dass die Frau ein starkes Gefühl der Isolation und Unsicherheit erlebt, da sie weder Griechisch noch Englisch spricht, was ihre Kommunikation, soziale Anpassung und Teilnahme an Bildungs- oder Rehabilitationsprogrammen erheblich einschränkt.
Das Gericht berücksichtigte zudem die schwierige Lebensgeschichte der Angeklagten. Mit 14 Jahren begann sie den Prozess der Geschlechtsangleichung, danach musste sie ihre Heimatstadt verlassen und nach São Paulo ziehen. Nach dem Verschwinden der Person, bei der sie lebte, erhielt sie Bedrohungen gegen sich und ihre Familie, die mit Schulden Dritter in Verbindung standen.
Laut Gericht stimmte sie unter Druck und Angst dem Transport von Drogen als Mittel zur „Begleichung von Schulden“ zu. Die Verurteilte gab an, dass sie gezwungen wurde, Kokainkapseln zu schlucken, und einen Teil der Drogen in ihrer Unterwäsche versteckte.
Am 21. Oktober 2025 wurde sie in Larnaka bei der Ankunft aus Katar festgenommen. Bei einer ersten Kontrolle am Flughafen wurden 540 Gramm Kokain bei ihr gefunden, woraufhin sie zugab, weitere 35 Kapseln mit einem Gesamtgewicht von 350 Gramm geschluckt zu haben, die später im Krankenhaus Larnaka entfernt wurden.
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