Europa steht zur Insel: 11. Tag des Krieges im Iran
Am 11. Tag des Krieges um den Iran, dem 10. März, weitet sich der Konflikt rasant aus – Infrastrukturen werden angegriffen, Attacken in mehreren Ländern der Region registriert, und die Weltmächte verstärken ihre Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer. Vor diesem Hintergrund zeigen europäische Länder ihre Unterstützung für Zypern – eine wichtige strategische Insel an der Grenze zwischen Europa und dem Nahen Osten.
Eskalation der Kampfhandlungen
Die Kampfhandlungen zwischen den USA, Israel und dem Iran nehmen weiter zu. Amerikanische und israelische Streitkräfte führen neue Schläge durch, unter anderem gegen Öllager auf iranischem Territorium. Als Antwort führt Teheran mehrere Angriffswellen gegen Israel durch.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass Verhandlungen mit den USA nicht mehr in Betracht gezogen werden, womit er eine diplomatische Lösung in naher Zukunft faktisch ausschloss.
Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds sind seit Beginn der Operation „Epic Fury“ im Land 1.348 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 17.000 wurden verletzt.
Gleichzeitig weiten sich die Angriffe über den unmittelbaren Kriegsschauplatz hinaus aus.
In den VAE wurde ein Schiff nördlich von Abu Dhabi angegriffen.
Eine iranische Drohne traf den Industriekomplex Ruwais – das größte Ölraffineriezentrum im Nahen Osten.
Zwei Drohnen griffen eine diplomatische Einrichtung der USA in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad an.
In Kanada wurde das US-Konsulat im Zentrum von Toronto beschossen.
Der US-Geheimdienst registriert zudem Anzeichen dafür, dass der Iran Vorbereitungen zur Verminung der Straße von Hormus trifft – eine Schlüsselroute des weltweiten Ölhandels.
Ausweitung des Konflikts
Die Spannungen nehmen auch an anderen Fronten zu. An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon halten die Zusammenstöße zwischen der IDF und der Hisbollah an. Berichten zufolge hat der Iran innerhalb kurzer Zeit Angriffe gegen mehr als fünf verschiedene Länder durchgeführt.
Die USA teilten zudem mit, dass seit Beginn des Konflikts etwa 150 amerikanische Soldaten verletzt wurden.
Die Internationale Energieagentur erwägt die größte Freigabe strategischer Ölreserven in der Geschichte – mehr als 182 Millionen Barrel –, um die weltweiten Ölpreise zu stabilisieren.
Europa verstärkt den Schutz Zyperns
Angesichts der Instabilität im Nahen Osten stärken die europäischen Verbündeten die Verteidigung Zyperns – einer Insel, die zu einem wichtigen Stützpunkt für Unterstützung und Überwachung in der Region wird.
Großbritannien hat einen Merlin Mk2 Hubschrauber der Royal Navy nach Zypern verlegt, der von der Marinefliegerbasis in Cornwall eintraf. Er wird sich zwei bereits auf der Insel stationierten Wildcat-Hubschraubern anschließen.
Britischen Offiziellen zufolge kann der Merlin bis in eine Höhe von etwa einer Meile aufsteigen und als Frühwarnsystem für herannahende Raketen oder Drohnen fungieren, was eine zusätzliche Schutzschicht für die britischen Militärstützpunkte auf der Insel schafft.
Der britische Verteidigungsminister John Healey teilte im Unterhaus zudem mit, dass der Zerstörer HMS Dragon in den kommenden Tagen nach Zypern entsandt wird. Die Vorbereitung des Schiffes läuft im Eiltempo – die Besatzungen arbeiten bis zu 22 Stunden am Tag, um es schneller auf See zu bringen.
Zudem hat London das Landungsschiff RFA Lyme Bay in erhöhte Bereitschaft versetzt, das in das östliche Mittelmeer entsandt werden könnte. Das Schiff verfügt sowohl über eine Flugplattform als auch über medizinische Kapazitäten und kann logistische Unterstützung, Betankung auf See und operative Hilfe für Einheiten der Royal Navy und der Royal Marines leisten.
Diplomatische Unterstützung
Auch die politische Unterstützung für die Insel nimmt zu. Am Dienstag besuchte der deutsche Außenpolitiker Johann Wadephul Zypern und führte Gespräche mit seinem zyperischen Amtskollegen Constantinos Kombos.
In das goldene Buch der Gäste schrieb der deutsche Diplomat:
„In diesen schwierigen Zeiten ist es eine Freude, Zypern als einen guten Freund und Partner mit gemeinsamen Werten zu haben.“
Er betonte zudem, dass Deutschland und Zypern gemeinsam nach Frieden und einem starken Europa streben, und dankte der Insel für ihre verantwortungsvolle Rolle als „Brücke in den Nahen Osten“ und ihre Arbeit im Rahmen des EU-Ratsvorsitzes.
Strategische Insel
Vor dem Hintergrund des andauernden Krieges wandelt sich Zypern schrittweise zu einem der zentralen Knotenpunkte der europäischen Präsenz in der Region.
Die Verstärkung der britischen Kräfte und die diplomatischen Besuche zeigen, dass Europa bestrebt ist, die Stabilität an seinen Südgrenzen zu wahren – und deutlich zu machen: Die Insel bleibt angesichts des sich ausweitenden Konflikts nicht allein.
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