Deutschland plant keine Militärhilfe für Zypern
Deutschland hat erklärt, dass es nicht beabsichtigt, Militärhilfe nach Zypern zu schicken, trotz der wachsenden Spannungen im östlichen Mittelmeer.
Wie die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums, Natalie Jennings, mitteilte, plant Berlin keine neuen Militärmissionen in der Region und konzentriert sich auf die Erfüllung seiner Verpflichtungen an der Ostflanke der NATO.
Ihr zufolge nimmt Deutschland bereits an Verteidigungsmissionen des Bündnisses in osteuropäischen Ländern wie Polen, Rumänien und Litauen teil, insbesondere seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine.
Das Auswärtige Amt betonte zudem, dass Zypern kein NATO-Mitglied ist und daher keine Unterstützung über den kollektiven Verteidigungsmechanismus des Bündnisses erhalten kann.
Außenamtsprecher Martin Giese merkte an, dass Hilfe für die Insel über Artikel 42 des EU-Vertrags geleistet werden könnte. Dieser Mechanismus wurde jedoch bisher nicht aktiviert, da Zypern sich direkt an einzelne europäische Staaten um Unterstützung gewandt hat.
Zuvor hatte auch Regierungssprecher Stefan Cornelius bestätigt, dass Berlin keine Entsendung von Truppen nach Zypern plant, ungeachtet des jüngsten Drohnenangriffs auf den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri.
Gleichzeitig leistet Deutschland weiterhin aktiv Militärhilfe für andere Länder. So stellte Berlin im Jahr 2025 beispielsweise 8 Milliarden Euro an Militärhilfe für die Ukraine bereit, darunter Luftabwehrsysteme, Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und Munition.
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