Cyprus, Nicosia

Ausländern soll der Immobilienerwerb in sensiblen Zonen Zyperns eingeschränkt werden

15.01.2026 / 19:23
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Der Vorsitzende der zyprischen Linken, Stefanos Stefanou, kündigte die Einbringung von zwei Gesetzentwürfen ins Parlament an, die auf eine Verschärfung der Regeln für den Erwerb von Immobilien durch ausländische Staatsbürger abzielen. Die Initiative betrifft in erster Linie Geschäfte in der Nähe strategisch wichtiger und sensibler Zonen — Flughäfen, militärischer Einrichtungen, der Waffenstillstandslinie sowie landwirtschaftlicher und bewaldeter Gebiete.

Laut Stefanou ist in den letzten Jahren ein Anstieg großer Transaktionen mit Beteiligung von Ausländern zu verzeichnen, insbesondere in den Regionen Larnaka und Limassol. Diese Entwicklung werfe seiner Ansicht nach berechtigte Fragen nicht nur aus Sicht des Immobilienmarktes, sondern auch im Hinblick auf die nationale Sicherheit und den Erhalt der Landressourcen des Landes auf.

Gleichzeitig gehe es nicht um ein vollständiges Verbot des Immobilienerwerbs durch Ausländer. Der Vorsitzende der Partei AKEL betont, dass das Ziel der Initiative darin bestehe, „Ordnung zu schaffen“ und bestehende Gesetzeslücken zu schließen, die es ermöglichen, Beschränkungen durch komplexe Eigentumsstrukturen zu umgehen.

Einer der zentralen Punkte der Vorschläge ist die Einschränkung des Zugangs von Ausländern zu Immobilien in der Nähe von Militärlagern, Flughäfen und der Pufferzone sowie zu Wald- und Agrarflächen. Besonderes Augenmerk gilt der Praxis des Immobilienerwerbs über Unternehmen: Auch juristische Personen könnten unter die neuen Beschränkungen fallen, wenn ihr wirtschaftlich Berechtigter ein Ausländer ist.

Gleichzeitig sehen die Gesetzentwürfe ein vereinfachtes Verfahren für Standardgeschäfte vor. So sollen Ausländer ohne besondere Genehmigung des Ministerrats eine Wohnung oder ein Wohnhaus mit einer Fläche von bis zu 200 Quadratmetern sowie Gewerbeimmobilien — ein Geschäft oder ein Büro — innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen erwerben können.

AKEL betont, dass dieser Ansatz dazu beitragen werde, ein Gleichgewicht zwischen Sicherheitsfragen, Transparenz des Immobilienmarktes und der Unterstützung des Bausektors zu wahren, der weiterhin einen wichtigen Teil der zyprischen Wirtschaft darstellt.

Derzeit befindet sich die Initiative in der Prüfungsphase. Die Gesetzentwürfe müssen parlamentarische Beratungen, mögliche Änderungen und eine Abstimmung durchlaufen, bevor klar wird, ob die neuen Regeln angenommen werden und in welcher Form.

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