Cyprus, Nicosia

Überfüllte Notaufnahmen: Krankenhäuser in Zypern unter kritischer Belastung durch Grippe

03.02.2026 / 14:52
Nachrichtenkategorie

In den staatlichen Krankenhäusern Zyperns gibt es in den letzten zwei Monaten eine starke Überlastung der Notaufnahmen (ED). Grund ist eine starke Welle von Grippefällen, berichtete Savvas Iakovou, Vorsitzender der Pflegegewerkschaft PASYNΟ.

Im Radio bei Astra bezeichnete er die Situation als chaotisch und erklärte, dass viele Patienten in den Notaufnahmen verbleiben müssen, da die Krankenhäuser sie nicht in den Stationen unterbringen können. Seiner Meinung nach ist das Problem systemisch und hängt nicht nur mit saisonalen Erkrankungen, sondern auch mit Fehlern in der Planung des Gesundheitssystems zusammen.

PASYNΟ behauptet, dass der staatliche Gesundheitsbetreiber OKYPY trotz Warnungen zuvor rund 100 Krankenhausbetten landesweit geschlossen hat, was die Situation nun erheblich verschärft.

Laut Iakovou sind nicht nur Patienten betroffen, die stundenlang warten müssen, sondern auch das medizinische Personal, das an seinen Grenzen arbeitet und wachsender Unzufriedenheit der Bevölkerung gegenübersteht. Die Gewerkschaft warnte, dass ohne konkrete Lösungen Gegenmaßnahmen nicht ausgeschlossen sind.

OKYPY weist die Vorwürfe seinerseits zurück. Der Vertreter der Organisation, Charalambos Charilaou, bestätigte den Anstieg der Patientenzahlen, erklärte jedoch, dass das System mit der Belastung zurechtkommt.

Er sagte, dass staatliche Krankenhäuser über mehr als 140 Reservebetten verfügen und die derzeitige Auslastung etwa 90 % beträgt, was seiner Ansicht nach kein Anzeichen für ein Managementversagen sei. Außerdem wies er darauf hin, dass der private Gesundheitssektor einen großen Teil der Patienten nicht aufnehmen kann, sodass die Hauptlast auf den staatlichen Krankenhäusern liegt.

Charilaou erklärte, dass derzeit keine offenen Stellen für Pflegekräfte bestehen, aber nach Genehmigung des Haushalts für 2026 OKYPY neue Stellen ausschreiben kann.

Trotz der Klarstellungen beider Seiten bleibt die Situation in den Notaufnahmen an der Belastungsgrenze, und die Spannungen zwischen Gewerkschaft und Gesundheitsmanagement nehmen weiter zu.

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