Feuer zerstört mehr als 1,3 % der Fläche Zyperns

Der Waldbrand, der am 23. Juli in den Bergregionen von Limassol ausbrach, erfasste über 120 Quadratkilometer – das entspricht rund 1,3 % der gesamten Fläche Zyperns. Laut dem Zentrum für Fernerkundung „Eratosthenes“ handelt es sich um eine der größten Umweltkatastrophen auf der Insel in den letzten Jahrzehnten.
Eine Analyse der PlanetScope-Satellitendaten vom 26. Juli ergab, dass die abgebrannte Fläche hauptsächlich aus Grasland (51 %), Sträuchern (31 %) und Wäldern (15,5 %) bestand. Etwa 1,1 % der Fläche entfielen auf Wohngebiete. Besorgniserregend ist, dass rund 21 % der betroffenen Flächen zu den geschützten Natura-2000-Gebieten gehören, darunter das Tal des Paramalius-Flusses, das Limnatis-Tal und das Gebiet Cha‑Potami.
Das Feuer breitete sich aufgrund extremer Hitze, starker Winde und Trockenheit rasch aus. Betroffen waren die Dörfer Malia, Vasa Koilaniou, Vouni, Souni, Zanatzia, Lofou und weitere. Dutzende Häuser wurden zerstört, Tausende Menschen evakuiert, die Infrastruktur beschädigt. Viele Gebiete waren ohne Strom und Wasser.
Anwohner kritisierten die langsame Reaktion der Behörden: Die ersten Flammen wurden gegen 12:20 Uhr entdeckt, die Feuerwehr traf aber erst nach fast einer Stunde ein, Löschflugzeuge sogar später. Augenzeugen berichteten, dass Piloten das Gelände nicht kannten, was die Effizienz der Löschflüge beeinträchtigte. Zudem seien nicht genügend Bodentruppen eingesetzt worden.
Rauch bedeckte große Teile des Bezirks Limassol, was Sicht und Luftqualität verschlechterte. Trotz internationaler Hilfe – u. a. aus Israel, Ägypten und Jordanien – konnte das Feuer erst nach mehreren Tagen eingedämmt werden.
Die Regierung rief den Notstand aus und begann mit der Hilfe für Betroffene. Freiwillige, Organisationen und Gemeinden beteiligten sich aktiv an den Aufräumarbeiten. Das Kabinett versprach Entschädigungen und Wiederaufbau, aber Umweltschützer warnen: Die Natur braucht Jahrzehnte zur Regeneration.
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