Regierung lockert Protestgesetz

Die zypriotische Regierung hat zugestimmt, das umstrittene Gesetz über öffentliche Versammlungen erheblich zu lockern, das die Kontrolle über Proteste verstärkte und Kritik von der OSZE sowie Menschenrechtsorganisationen hervorrief. Das Änderungspaket, vorbereitet von Abgeordneter Irini Charalambidou, wurde vom Justizminister Marios Hartsiotis unterstützt. Die Artikel-für-Artikel-Diskussion soll Anfang Januar 2026 im Parlament beginnen.
Das aktuelle Gesetz erlaubte es der Polizei, Demonstrationen auf der Grundlage weit gefasster Definitionen aufzulösen, verlangte Meldungen für Versammlungen ab 20 Personen und verbot faktisch das Tragen von Masken bei Protesten. Nach dem Juli-Aufruhr im DISY-Büro in Nikosia und einem scharfen OSZE-Bericht stand die Regierung unter zunehmendem Druck, die umstrittensten Bestimmungen zu überarbeiten.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Klarstellung der Maskenregeln (Polizei darf das Abnehmen nur verlangen, wenn Gewalt oder reale Bedrohung nachgewiesen ist) und die ausdrückliche Festlegung, dass Protestorganisatoren nicht automatisch für das Verhalten Dritter haften. Auch die Abschaffung der 20-Personen-Grenze für die Pflichtmeldung eines Protests wird diskutiert.
Vor diesem Hintergrund fordert die AKEL-Partei weiterhin die vollständige Aufhebung des Gesetzes, während der parlamentarische Ausschuss eher eine umfassende Überarbeitung als eine komplette Streichung bevorzugt.
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