Präsident Zyperns stellt ein Programm mit 55 Maßnahmen vor: Wirtschaft, Sicherheit, Migration und Renten

Der Präsident der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, stellte in seiner jährlichen „Rede zur Lage der Nation“ ein Programm mit mehr als 55 konkreten Maßnahmen vor, die fünf prioritäre Bereiche abdecken. Seinen Worten zufolge sind alle Initiativen klar finanziert und auf praktische Ergebnisse ausgerichtet, die sich im Alltag der Bürger widerspiegeln werden.
Im Bereich der Sicherheit kündigte der Präsident an, dass im Jahr 2026 Ausschreibungen für die Modernisierung des Marinestützpunkts „Evangelos Florakis“ in Mari sowie des Luftwaffenstützpunkts „Andreas Papandreou“ in Paphos veröffentlicht werden. Zudem ist geplant, noch in diesem Jahr die technischen Verfahren für den vollständigen Beitritt Zyperns zum Schengen-Raum abzuschließen.
Zur Migrationspolitik erklärte Christodoulides, dass die Zahl der irregulären Ankünfte um 85% gesunken sei, während die Zahl der Rückführungen von Migranten dank der von seiner Regierung ergriffenen Maßnahmen um mehr als 77% gestiegen sei.
Der Präsident hob die stabilen wirtschaftlichen Kennzahlen des Landes hervor. Die Staatsverschuldung soll im Jahr 2026 auf 50,9% des BIP sinken — einen der niedrigsten Werte in der Europäischen Union. Das Wirtschaftswachstum für 2025 wird auf 4% prognostiziert, was zu den besten Ergebnissen in der Eurozone zählt. Zudem herrschen auf dem Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigungsbedingungen, und die Jugendarbeitslosigkeit ist deutlich zurückgegangen.
Separat wurde die Vorbereitung eines Gesetzentwurfs zur Rentenreform angekündigt. Ziel der Reform ist es, das Rentenniveau zu erhöhen, das geschlechtsspezifische Gefälle zu verringern und ein nachhaltiges sowie gerechtes System der sozialen Absicherung zu schaffen.
Zu den Infrastrukturprojekten zählte der Präsident die Schaffung eines modernen Logistiknetzes, das mit den Häfen und Flughäfen des Landes verbunden ist. In Larnaka und Paphos sind spezielle Lager- und Versorgungszonen geplant, die die Position Zyperns als Logistikdrehscheibe zwischen Europa, Asien und Afrika stärken sollen.
Außerdem wurde angekündigt, dass in Kürze Abkommen mit Israel über die Entwicklung und kommerzielle Nutzung der Gasfelder „Aphrodite“ und „Cronos“ unterzeichnet werden.
In der Außenpolitik betonte Christodoulides, dass Zypern einen mehrgleisigen Kurs mit klarer europäischer und westlicher Ausrichtung verfolgt. Die bevorstehende Präsidentschaft des Landes im Rat der EU soll genutzt werden, um die regionale Zusammenarbeit und die Rolle Zyperns in Brüssel zu stärken.
Zum Abschluss seiner Rede äußerte der Präsident vorsichtigen Optimismus hinsichtlich einer Lösung der Zypernfrage und betonte, dass es keine Alternative zur Wiedervereinigung der Insel auf der Grundlage einer tragfähigen und funktionalen Lösung gebe.

