Cyprus, Nicosia

Nach 19 Jahren: Gericht verpflichtet Cyprus Racing Authority zur Zahlung von 100.000 € an Assistenten, der bei der Arbeit ein Auge verlor

11.02.2026 / 16:27
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Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung des Bezirksgerichts Nikosia in einem Fall, der fast 19 Jahre andauerte. Die Cyprus Racing Authority wurde als allein verantwortlich für einen Arbeitsunfall befunden, bei dem ein Tierarzthelfer ein Auge verlor.

Das Gericht bestätigte die Verpflichtung der Organisation, dem Geschädigten 100.000 € als Entschädigung für den Verlust des Sehvermögens und die Minderung der Arbeitsfähigkeit zu zahlen. Versuche, sowohl die Feststellung der Verantwortung als auch die Höhe der Entschädigung anzufechten, waren erfolglos.

Der Vorfall ereignete sich am 28. April 2006 auf einer Farm im Gebiet Agios Trimifias. Der Tierarzthelfer begleitete einen Tierarzt bei der Mikrochip-Implantation von Fohlen.

Das Verfahren verlief standardmäßig: Der Farmbesitzer hielt das Fohlen vorne an den Ohren, der Assistent hielt es seitlich am Schwanz, und der Tierarzt setzte den Mikrochip in den Nacken ein. Die ersten drei Tiere wurden erfolgreich gechippt.

Beim vierten Fohlen änderte sich die Situation abrupt: Das Tier riss den Kopf nach unten, entkam dem Griff des Besitzers, stieß nach vorne und trat mit den Hinterbeinen. Der Schlag traf den Assistenten am rechten Auge. Er konnte nicht reagieren.

Das Gericht wies auch auf einen zusätzlichen Risikofaktor hin: Die Mutter des Fohlens war in der Nähe, aufgeregt, bewegte sich frei auf dem Gelände und reagierte aktiv auf die Situation.

Das Dreiergericht betonte, dass der Arbeitgeber alle vernünftig vorhersehbaren Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer treffen muss.

Das Gericht erklärte, dass die unvorhersehbare Reaktion des Pferdes ein offensichtliches Berufsrisiko darstellt. Die Racing Authority stellte jedoch keine angemessene Schutzausrüstung, einschließlich eines speziellen Schutzhelms, bereit. Es gab keine Beweise dafür, dass der Geschädigte den Vorfall selbst hätte verhindern können.

Das Gericht bestätigte die Rechtmäßigkeit der Entschädigung von 100.000 €. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war der Geschädigte jung, und die erlittenen Verletzungen sind dauerhaft und wirken sich sowohl auf die Gesundheit als auch auf die Beschäftigungsmöglichkeiten aus.

Nach 19 Jahren Gerichtsverfahren endete der Fall mit einer endgültigen Entscheidung zugunsten des Geschädigten.

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