Cyprus, Nicosia

Zyperns Parlament beschleunigt die Schaffung der Nationalen Rettungsdienstbehörde

15.02.2026 / 14:20
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Die Frage der Schaffung einer Nationalen Rettungsdienstbehörde steht erneut im Rampenlicht. In einer Sitzung des parlamentarischen Gesundheitsausschusses prüften die Abgeordneten einen Gesetzentwurf, der das präklinische Versorgungssystem und die Arbeit der Rettungsdienste im ganzen Land regeln soll.

Der Ausschussvorsitzende Efthimios Diplaros erklärte, es gäbe den politischen Willen, das Gesetz vor Ende der laufenden Legislaturperiode zu verabschieden. Das Dokument soll am 26. März 2026 zur Abstimmung gestellt werden.

Die Leiterin des Rettungsdienstes, Riana Constantinou, wies darauf hin, dass das Gesetz bereits vor zwei Jahren hätte verabschiedet werden müssen. Ihr zufolge arbeiten private Betreiber aufgrund des Fehlens eines einheitlichen Rechtsrahmens mit minimaler staatlicher Kontrolle.

Sie berichtete auch von einem drastischen Anstieg der Arbeitsbelastung: Während es im Jahr 2020 etwa 5.000 Einsätze für Krankentransporte gab, liegt diese Zahl heute bei 45.000. Gleichzeitig wurde der Personalbestand nicht wesentlich erhöht. Dies untergrabe laut Constantinou den Kernauftrag des Dienstes – die Notfallrettung –, da die Teams immer häufiger für geplante Transporte eingesetzt werden.

Die Vertreterin des Gesundheitsministeriums, Karolina Stylianou, erklärte, dass die neu zu gründende Nationale Behörde die zentrale Koordinationsinfrastruktur bilden wird. Geplant ist die Einführung einer zentralen Leitstelle für Notrufe, die es im Land bisher nicht gibt.

Der Gesetzentwurf sieht vor:

  • Lizenzierung und Kontrolle aller Rettungsdienstbetreiber;
  • Regelung von Nicht-Notfalltransporten;
  • Normen für Personal und Arbeitsbeziehungen;
  • Schaffung eines beratenden Ausschusses zur Erhöhung der Transparenz;
  • schrittweiser Übergang zu einer größeren Autonomie des Dienstes bis zum 31. Dezember 2026.

Die staatliche Gesundheitsorganisation OKYpY unterstützte die Initiative und betonte, dass der Dienst in den letzten fünf Jahren erheblich modernisiert wurde – Fahrzeuge, Infrastruktur und digitale Systeme wurden erneuert. Die Behörde ist der Ansicht, dass die Reform die erzielten Ergebnisse nicht schwächen darf.

Gewerkschaften unterstützen das Gesetz im Allgemeinen, fordern jedoch Garantien für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen beim Wechsel der Mitarbeiter in die neue Struktur.

Die Abgeordneten forderten zudem Einzelheiten zu den finanziellen Ausgaben an, einschließlich der Anschaffung neuer Fahrzeuge und der möglichen Einbindung privater Unternehmen in die Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen des neuen Modells.

Der Gesetzentwurf wird weiterhin artikelweise geprüft, bevor er zur endgültigen Abstimmung ins Parlament eingebracht wird.

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