Oberstes Gericht Zyperns spricht €25.000 Entschädigung an Heldin des Buches „Eleni — Prostituierte, Engel in der Hölle“ zu
Das Oberste Gericht Zyperns hob die Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichts in einem Aufsehen erregenden Fall im Zusammenhang mit dem Buch «Ελένη η πόρνη, ένας άγγελος στην κόλαση» („Eleni — Prostituierte, Engel in der Hölle“) auf und erkannte eine Verletzung des Rechts auf Privatsphäre von Eleni Socratus an.
Zuvor hatte 2016 das Bezirksgericht Nikosia Socratus’ Klage gegen die Autorin des Buches, Annita Nicolaou, abgewiesen. Das Berufungsgericht des Obersten Gerichts kam jedoch zu dem Schluss, dass der Fall auf einer falschen rechtlichen Grundlage behandelt wurde.
Das Gericht stellte fest, dass die Veröffentlichung des Buches einen Eingriff in das persönliche und intime Leben der Klägerin darstellte, und ordnete an, dass die Autorin eine Entschädigung in Höhe von €25.000 sowie €3.400 Gerichtskosten zahlen muss.
In seiner Entscheidung stellte das Gericht fest, dass die Autorin des Buches ein Vertrauensverhältnis zu Socratus aufgebaut hatte, sich regelmäßig mit ihr traf, ihre persönliche Geschichte anhörte und Notizen machte, die sie anschließend in der Veröffentlichung verwendete. Das Buch enthielt Details zum Sexualleben, zu persönlichen Beziehungen und zum emotionalen Zustand der Klägerin.
Das Gericht betonte, dass der entscheidende Punkt nicht die genaue Übereinstimmung der Biographie, sondern die Möglichkeit der Identifizierung der Person war. Das Oberste Gericht wies darauf hin, dass Menschen, die Socratus kannten, sie leicht als Heldin des Buches erkennen konnten. Dies wurde durch Zeugenaussagen bestätigt, die Übereinstimmungen von Lebensereignissen, Gewohnheiten und in dem Buch beschriebenen Ereignissen darlegten.
Das Gericht berücksichtigte auch den kommerziellen Nutzen aus der Veröffentlichung des Buches und seiner Verfilmung, obwohl der Gewinn nicht genau beziffert werden konnte.
Die Entscheidung des Obersten Gerichts ist ein wichtiger Präzedenzfall zum Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten in Literatur und Medien.
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