Wasservorräte auf Zypern auf 13,7 % gesunken: Behörden führen Notmaßnahmen ein
In der Republik Zypern ist der Füllstand der Stauseen im Februar 2026 auf 13,7 % der Gesamtkapazität gesunken. Zum Vergleich: Im Februar 2025 lag dieser Wert noch bei 26 %.
Nach Angaben des europäischen Dürreindikators (Combined Drought Indicator) gehört das Land zu den Regionen, die aufgrund fehlender Niederschläge mit ernsthaften Problemen zu kämpfen haben.
Die Leiterin der Wasserwirtschaftsbehörde Zyperns, Eliana Tofa Christidou, erklärte, dass der Wasserzufluss in die Talsperren auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der hydrologischen Beobachtungen im Jahr 1901 liegt.
Kritische Situation in den Stauseen:
Besonders schwierig ist die Lage im größten Stausee der Insel — dem Kouris-Stausee, wo der Wasserspiegel auf 12,2 % der Kapazität gesunken ist. Die normalerweise überflutete Kirche St. Nikolaus im Stausee wurde aufgrund des sinkenden Wasserspiegels wieder sichtbar.
Behörden rufen zum Wassersparen auf
Angesichts der Rekorddürre hat die Regierung die Einwohner dazu aufgerufen, den Wasserverbrauch um 10 % zu senken — das entspricht etwa zwei Minuten ununterbrochener Wassernutzung.
Außerdem wurde ein Paket von Notmaßnahmen im Wert von 31 Millionen Euro angekündigt. Es umfasst:
- Wiederverwendung von Abwasser;
- Reduzierung von Leckagen;
- Einschränkungen bei der Bewässerung;
- Förderung wassersparender Sanitäranlagen;
- Installation von Entsalzungsanlagen.
Es wird erwartet, dass bis Ende 2026 14 neue Meerwasserentsalzungsanlagen in Betrieb genommen werden. Umweltorganisationen warnen jedoch vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Meeresflora und -fauna.
Nach Angaben des Mediterranean Growth Collective steigt die Temperatur auf Zypern um 20 % schneller als im globalen Durchschnitt. Seit 1901 sind die Niederschläge um 15 % zurückgegangen, während der Wasserbedarf aufgrund von Tourismus und Bevölkerungswachstum um 300 % gestiegen ist.
Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch pro Person erreicht auf Zypern 500 Liter, während der europäische Durchschnitt bei etwa 120 Litern liegt. Die Behörden beabsichtigen, diesen Wert auf 140 Liter pro Tag und Person zu senken.
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