Cyprus, Nicosia

Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Akkuyu 2026: Zypern bewertet Risiken und verstärkt Vorbereitungsmaßnahmen

11.02.2026 / 17:57
Nachrichtenkategorie

Das erste Kernkraftwerk der Türkei, Akkuyu, im Bau in der Provinz Mersin, soll 2026 in Betrieb gehen. In diesem Zusammenhang haben die zuständigen Ministerien der Republik Zypern dem parlamentarischen Ausschuss für Umwelt Informationen zur durchgeführten Risikobewertung und zum Bereitschaftsgrad staatlicher Dienste für mögliche Notfälle vorgelegt.

Der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Umwelt, Charalambos Theopemptou, äußerte Bedenken über mögliche radioaktive Lecks und Personalfragen des Kraftwerks. Seiner Meinung nach erfordert eine Anlage dieses Kalibers hochqualifizierte Spezialisten und die strikte Einhaltung internationaler Sicherheitsstandards.

Gleichzeitig berichtete die Geologische Landesanstalt Zyperns, dass das Gebiet von Mersin als eine der seismisch stabilsten Regionen im östlichen Mittelmeerraum gilt und weit entfernt von großen aktiven Verwerfungen liegt. Laut der Behörde haben selbst die jüngsten zerstörerischen Erdbeben in der Türkei die Stabilität der im Bau befindlichen Anlage nicht beeinträchtigt. Zudem wird das Tsunamirisiko in diesem Gebiet als gering eingeschätzt.

Parallel dazu haben die zypriotischen Behörden das Strahlenüberwachungssystem verstärkt. Die Überwachung erfolgt nicht nur in der Luft, sondern auch im Meer. Zwei stationäre Meeresstationen wurden installiert, eine dritte befindet sich in der Planungsphase. Darüber hinaus wird eine kontinuierliche Kontrolle von Luft, Meerwasser, Reservoirwasser und Lebensmitteln durchgeführt.

Seit 2015 betreibt die Republik Zypern einen speziellen Einsatzplan für radiologische und nukleare Vorfälle, „ELEKTRA“. Im Rahmen dieses Plans werden regelmäßig Übungen durchgeführt – sowohl praktische als auch theoretische. Unter den geübten Szenarien befindet sich auch ein mögliches Unglück im Kernkraftwerk Akkuyu.

Das Außenministerium der Republik Zypern erklärte, dass das Thema des Kraftwerksbaus regelmäßig auf Ebene der Europäischen Union und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) angesprochen wird. Die zypriotische Seite besteht auf strikter Einhaltung internationaler Sicherheitsstandards und Transparenz im Betrieb der Anlage.

Die Behörden betonen, dass der staatliche Mechanismus für verschiedene Szenarien bereit ist; das Thema nukleare Sicherheit bleibt jedoch angesichts der Pläne zur Entwicklung der Kernenergie in der Region Gegenstand öffentlicher Diskussionen.

Nur registrierte Benutzer können Kommentare hinterlassen. Um einen Kommentar abzugeben,melden Sie sich bei Ihrem Konto an oder erstellen Sie ein neues →