Wirtschaft unter Druck: Unternehmen fordern dringende Krisenmaßnahmen auf Zypern
Enver Mamülcü, Präsident des Verbandes zyprisch-türkischer Geschäftsleute (İŞAD), hat vor einer eskalierenden Wirtschaftskrise gewarnt und die Behörden aufgefordert, umgehend umfassende Maßnahmen zu ergreifen.
In einer Sendung von Gündem Kıbrıs wies er darauf hin, dass die Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der Konflikt unter Beteiligung der USA, Israels und des Irans, die globalen Energiemärkte massiv unter Druck setzen. Laut Mamülcü haben steigende Energiepreise und Unterbrechungen in den Lieferketten bereits zu einer Verteuerung von Lebensmitteln und Waren geführt, was sich direkt auf die Wirtschaft der TRNZ auswirke.
Mamülcü betonte, dass es unter den derzeitigen Bedingungen dringend erforderlich sei, ein Sparpaket und gleichzeitig Maßnahmen zur Einnahmensteigerung einzuführen. Er schlug zudem die Bildung einer Krisengruppe mit Vertretern aus allen Sektoren vor, um kurz- und langfristige Lösungen zu erarbeiten.
Besonderes Augenmerk legte er auf die Wirtschaftsstruktur und merkte an, dass die Abhängigkeit von öffentlichen Finanzen den Markt anfällig mache. Seiner Meinung nach ist der Übergang zu einem produktionsorientierten Modell eine wesentliche Voraussetzung für Nachhaltigkeit. Ein mögliches Einfrieren der Löhne werde zwar als Sparmaßnahme in Betracht gezogen, könne jedoch zu einem Rückgang der Konsumaktivität und einem weiteren Preisanstieg führen.
İŞAD hat bereits eine Reihe von Vorschlägen ausgearbeitet, darunter die Stärkung der Finanzdisziplin, die Ausweitung der Steuerbasis und die Erschließung zusätzlicher Einnahmequellen. Zu den Prioritäten gehören auch Reformen zur Senkung der Betriebskosten für Unternehmen.
Zudem hob Mamülcü die Bedeutung der erneuerbaren Energien hervor, insbesondere die Förderung der Solarenergie, da die Stromkosten weiterhin einer der größten Ausgabenposten für Unternehmen seien.
Experten warnen, dass ohne rasche Schritte seitens der Behörden der Druck auf die Wirtschaft und den Lebensstandard der Bevölkerung weiter zunehmen könnte.

