Cyprus, Nicosia

Türkei könnte Herbstferien abschaffen: Bildungsministerium bereitet Reform des Schuljahres vor

02.05.2026 / 16:26
Nachrichtenkategorie

Der Minister für nationale Erziehung, Yusuf Tekin, kündigte mögliche Änderungen im Schulkalender an: Bereits ab dem nächsten Schuljahr könnten in der Türkei die Herbstferien abgeschafft werden.

Ihm zufolge wird ein Modell in Betracht gezogen, bei dem das Schuljahr später im September beginnt und früher im Juni endet. Dies würde es ermöglichen, die Ferien neu zu verteilen und die Dauer der Sommerferien zu verlängern, ohne die tatsächliche Lernbelastung zu erhöhen.

Der Minister stellte klar, dass die Zwischenferien in die Sommerperiode integriert werden könnten. „Die Ausbildung wird nicht länger — wir ändern nur den Zeitplan“, betonte er.

Neben der Kalenderreform plant die Regierung, die Sicherheitsmaßnahmen an Schulen zu verstärken. Diese Entscheidung wird vor dem Hintergrund der jüngsten tragischen Vorfälle diskutiert — Angriffe in Bildungseinrichtungen in den Provinzen Şanlıurfa und Kahramanmaraş, bei denen Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden.

Tekin merkte an, dass die Stationierung von Polizei an Schulen eine vorübergehende Maßnahme bleibe. Stattdessen prüft das Ministerium die Schaffung eines spezialisierten Korps von Sicherheitskräften mit entsprechender Fachausbildung. Dabei betonte er jedoch, dass bewaffnetes Wachpersonal keine Garantie für die Verhinderung solcher Vorfälle sei.

Die Sicherheitsreform soll sich auf drei Bereiche stützen: Gewaltprävention (einschließlich psychologischer Unterstützung und Reduzierung digitaler Abhängigkeit), Verbesserung der Schulinfrastruktur (Kameras, Zäune, Eingangsbereiche) und Priorisierung von Bildungseinrichtungen nach Risikostufe. Bereits jetzt stehen landesweit mehr als tausend Schulen unter Rund-um-die-Uhr-Bewachung.

Der Minister hielt zudem eine Überprüfung der Dauer der Schulpflicht, die derzeit 12 Jahre beträgt, für möglich und verwies auf die Notwendigkeit, dieses Thema unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen zu diskutieren.

Im Zuge der Reformen kommt auch die Frage der Bildungskosten auf: Nach Angaben des Ministeriums gibt es im Land bereits 82 Privatschulen mit Gebühren von über 1 Million Türkischen Lira, wobei die Preissteigerungen laut Tekin auf das Inflationsniveau begrenzt werden sollen.

Die bevorstehenden Änderungen könnten erhebliche Auswirkungen sowohl auf das Bildungssystem als auch auf das tägliche Leben von Millionen von Schülern und ihren Familien haben.

Nur registrierte Benutzer können Kommentare hinterlassen. Um einen Kommentar abzugeben,melden Sie sich bei Ihrem Konto an oder erstellen Sie ein neues →