Türkei hebt Inflationsprognose für 2026 auf 24% an

Die Zentralbank der Türkei hat ihre Inflationsprognose angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und steigender Weltmarktpreise für Rohstoffe und Energie nach oben korrigiert. Das neue Inflationsziel für 2026 wurde auf 24% angehoben, wie Notenbankchef Fatih Karahan bei der Vorstellung des zweiten Inflationsberichts des Jahres mitteilte.
Laut der aktualisierten Prognose könnte die Inflation bis Ende 2026 26% erreichen, im Jahr 2027 auf 15% sinken und bis 2028 auf 9% zurückgehen. Das langfristige Ziel der Zentralbank bleibt derweil unverändert bei 5%.
Die Regulierungsbehörde wies darauf hin, dass der kurzfristige Inflationsdruck durch den Konflikt im Nahen Osten und steigende Energiepreise zugenommen habe. Karahan zufolge werden die Folgen der geopolitischen Instabilität die türkische Wirtschaft auch in den kommenden Monaten beeinflussen.
Trotzdem beabsichtigt die Zentralbank, an ihrer straffen Geldpolitik festzuhalten. Die Behörden sind der Ansicht, dass gerade ein vorsichtiger Ansatz und die Kontrolle der Binnennachfrage dazu beitragen werden, die Inflation schrittweise zu bremsen.
Der Bericht spricht zudem von einer wahrscheinlichen Verlangsamung der Weltwirtschaft im Jahr 2026, was die Auslandsnachfrage nach türkischen Exporten schwächen könnte. Gleichzeitig verzeichnet die Türkei einen Rückgang der Konsumaktivität und der Einzelhandelsumsätze.
Gleichzeitig betonte die Zentralbank, dass die Inflation im Vergleich zu den Höchstständen von 2024 dennoch allmählich sinkt. Besonders deutlich ist die Verlangsamung des Preisauftriebs im Dienstleistungssektor und bei einigen Basisgütern. Es wird erwartet, dass die Stabilisierung des Lebensmittelmarktes und sinkende Gemüsepreise in den kommenden Monaten einen zusätzlichen Abwärtstdruck auf die Inflation ausüben werden.

