Private Kindergärten auf Zypern von Schließung bedroht
Einige nichtstaatliche Kindergärten auf Zypern könnten ihren Betrieb vorübergehend einstellen oder vollständig schließen. Grund sind Gesetzesänderungen, die 2024 in Kraft traten und die nach Angaben von Branchenvertretern ihre Tätigkeit finanziell unrentabel gemacht haben.
Nach der Senkung des Alters für die verpflichtende Vorschulbildung begannen Kinder massenhaft in Vorbereitungsklassen an öffentlichen Schulen zu wechseln. Dies traf insbesondere private Einrichtungen, die Kinder unter drei Jahren betreuen. Für den privaten Sektor wurden weder Entschädigungsmechanismen noch Übergangsfristen vorgesehen.
Die Situation wurde vom parlamentarischen Bildungsausschuss geprüft. Die Abgeordneten erkannten an, dass private Kindergärten Unterstützung und Anreize benötigen – ähnlich wie private Schulen und Universitäten –, um die Schließung kleiner und mittlerer Unternehmen und den Verlust von Arbeitsplätzen zu vermeiden.
Der Vertreter des Verbands privater Kindergärten, Polyvios Polyviou, hob drei Hauptprobleme hervor: Abwanderung von Kindern in öffentliche Schulen, akuter Personalmangel und strengere Gesetzesdurchsetzung gegenüber privaten Einrichtungen. Er warnte, dass die Schließung von Kindergärten für die jüngsten Kinder zu Platzmangel und Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung führen könnte. Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehören die Subventionierung der Bildung für Kinder ab vier Jahren und die Zulassung von Vorbereitungsklassen in privaten Kindergärten.
Auch die Personalkrise wurde thematisiert: Das Interesse am Beruf nimmt ab, und öffentliche Schulen, auch durch Ganztagsangebote, ziehen Fachkräfte an. Gleichzeitig ist es privaten Kindergärten untersagt, Lehrer für Vorbereitungsklassen einzustellen, obwohl Erzieher vorübergehend Lehrer selbst in unteren Klassen der Grundschule vertreten können.
Es wurde außerdem bekannt, dass einige private Kindergärten das staatliche Bildungsförderprogramm ohne vorherige Mitteilung an die Eltern verlassen haben. Infolgedessen erfuhren Familien davon erst im September und sahen sich gezwungen, entweder höhere Beiträge zu zahlen oder ihre Kinder in denselben Einrichtungen zu belassen, da es keine Alternativen gab.
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