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Europa altert rasant: Zypern droht bis zum Ende des Jahrhunderts der Verlust eines Drittels seiner Bevölkerung

14.05.2026 / 16:30
Nachrichtenkategorie

Die Europäische Union steht vor einer massiven demografischen Krise. Laut Prognosen von Eurostat wird die Bevölkerung der EU bereits im Jahr 2026 mit 453 Millionen Menschen ihren Höchststand erreichen und danach allmählich schrumpfen. Ohne Migration könnte die EU bis 2075 jeden vierten Einwohner verlieren, bis 2100 sogar jeden dritten.

Eines der Länder, das am stärksten vom demografischen Rückgang betroffen sein wird, ist Zypern. Experten schätzen, dass die Bevölkerung der Insel bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 33 % gegenüber dem Stand von 2025 schrumpfen könnte. Eine ähnliche Tendenz wird für Griechenland erwartet. Die schwersten Verluste werden für Italien, Spanien und Malta prognostiziert.

Experten führen die Krise auf niedrige Geburtenraten, hohe Lebenshaltungskosten, sich ändernde Familienmodelle und die Alterung der Gesellschaft zurück. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass selbst eine mögliche EU-Erweiterung den demografischen Rückgang nicht vollständig stoppen kann, obwohl Migration den Arbeitskräftemangel teilweise kompensiert.

Auf Zypern fehlt nach Ansicht von Analysten bisher eine umfassende demografische Strategie. Um eine stabile Bevölkerungszahl aufrechtzuerhalten, müsste die Geburtenrate bei mindestens 2,1 Kindern pro Frau liegen, doch die aktuellen Werte bleiben deutlich darunter.

Die Behörden haben bereits die Einkommensgrenze für den Bezug von Familienbeihilfen angehoben und diskutieren über zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für kinderreiche Familien. Zu den vorgeschlagenen Initiativen gehören höhere Geburtenzuschüsse, der Ausbau von Kindergärten und Ganztagsschulen, bessere Arbeitsbedingungen für Eltern und die Ausweitung von Programmen für bezahlbaren Wohnraum.

Besonderes Augenmerk wird auf die Rückkehr der zyprischen Diaspora und die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte auf die Insel gelegt.

Experten warnen, dass die Alterung der Bevölkerung ohne eine langfristige Strategie den Arbeitskräftemangel verschärfen, die Belastung des Gesundheits- und Sozialsystems erhöhen und das Wirtschaftswachstum sowohl auf Zypern als auch in ganz Europa verlangsamen könnte.

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