Zypern unter Spannung: Der 12. Kriegstag im Iran verändert das regionale Kräftegleichgewicht
Der 11. März markierte den zwölften Tag des Krieges um den Iran, und die Ereignisse dieses Tages machten deutlich, dass der Konflikt immer schneller über den Rahmen einer lokalen Auseinandersetzung hinausgeht. Angriffe auf die Infrastruktur, Drohnenattacken, die Energiekrise und militärische Vorbereitungen auf Zypern machen den Krieg zu einem Faktor globaler Instabilität.
Eskalation auf See und im Persischen Golf
Eines der beunruhigendsten Ereignisse des Tages waren die Angriffe auf zivile Schiffe. Nach Angaben des britischen Zentrums für Schifffahrtssicherheit, United Kingdom Maritime Trade Operations, wurden zwei Schiffe fast gleichzeitig unter Beschuss genommen.
- Das erste wurde 11 Seemeilen vor der Küste Omans in der Straße von Hormus getroffen; die Besatzung wurde evakuiert.
- Das zweite Schiff wurde 50 Seemeilen nordwestlich von Dubai angegriffen.
Später wurde bekannt, dass iranische Drohnen in der Nähe des internationalen Flughafens von Dubai einschlugen und vier Personen verletzten. Ein direkter Drohnentreffer wurde auch auf Treibstofftanks im Oman verzeichnet, was die Sorgen um die Sicherheit der Energieversorgung verstärkte.
Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler exportiert der Iran trotz des Krieges sogar mehr Öl durch die Straße von Hormus als vor Beginn der amerikanischen Operation.
Ölschock und Reaktion der Weltmärkte
Die wachsenden Spannungen wirkten sich unmittelbar auf den Energiesektor aus.
- Deutschland kündigte die teilweise Freigabe strategischer Ölreserven an.
- Japan gab die Freigabe privater Reserven für 15 Tage und staatlicher Reserven für einen Monat bekannt.
- Die Internationale Energieagentur beschloss, 400 Millionen Barrel Öl freizugeben.
- US-Präsident Donald Trump ordnete zudem die Freigabe von 172 Millionen Barrel aus der strategischen Ölreserve an.
Laut Associated Press hat die erste Kriegswoche die USA bereits 11,3 Milliarden Dollar gekostet.
Angriffe, Fehler und Cyberkrieg
Die militärische Lage bleibt äußerst angespannt.
Eine vorläufige Untersuchung ergab, dass eine amerikanische „Tomahawk“-Rakete irrtümlich eine Mädchenschule in Minab für einen iranischen Marinestützpunkt hielt. Die USA und Israel führten zudem Angriffe gegen die pro-iranische Gruppe Asa'ib Ahl al-Haq in Mossul durch.
Unterdessen weitet der Iran den Krieg im Cyberspace aus: Mit Teheran verbundene Hacker bekannten sich zu einem Angriff auf das US-Medizintechnikunternehmen Stryker. Westliche Geheimdienste behaupten, dass Russland den Iran beim Einsatz von Einweg-Kampfdrohnen berät – eine Taktik, die während des Militäreinsatzes in der Ukraine entwickelt wurde.
Raketensalven im Nahen Osten
Die Lage wurde durch die Aktivierung der Hisbollah massiv verschärft. Die Gruppierung feuerte über 100 Raketen in einer einzigen Salve auf Israel ab – die größte seit Kriegsbeginn. Einige Angriffe wurden gemeinsam mit iranischen Kräften durchgeführt.
Israel antwortete mit einem Schlag gegen das Viertel Ramlet al-Baida in Beirut. Libanesischen Medienberichten zufolge kamen dabei zehn Zivilisten ums Leben.
Diplomatische Brüche und Evakuierungen
Im diplomatischen Bereich ist eine rasante Abkühlung der Beziehungen zu beobachten:
- Spanien rief seinen Botschafter aus Israel zurück.
- Die Schweiz schloss ihre Botschaft in Teheran, vermittelt aber weiterhin zwischen Teheran und Washington.
- Große Unternehmen wie Deloitte, PwC und Citigroup begannen nach Drohungen aus dem Iran mit der Evakuierung ihrer Büros in Dubai.
Zypern verstärkt die Verteidigung
Vor dem Hintergrund des sich ausweitenden Konflikts sind die Spannungen auch im östlichen Mittelmeer zu spüren. Die italienische Fregatte Federico Martinengo traf in der Region Zypern ein, um die Verteidigung der Insel nach einem Angriff während des Krieges zu verstärken.
Das Schiff mit 160 Soldaten der italienischen Marine operiert im Rahmen einer internationalen Koordination mit:
- Spanien, Frankreich und den Niederlanden.
Inzwischen wurden im türkisch kontrollierten Nordteil der Insel türkische Luftabwehrsysteme vom Typ HİSAR stationiert. Zuvor waren dort bereits Drohnen der Typen Bayraktar TB2, Akıncı sowie F-16 Fighting Falcon Kampfflugzeuge stationiert worden.
Nach türkischen Angaben befinden sich über 40.000 türkische Soldaten auf Nordzypern, und das türkische Verteidigungsministerium erklärte sich bereit, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
Eine Region am Rande der Konfliktausweitung
Am zwölften Kriegstag wird deutlich: Der Konflikt um den Iran ist längst nicht mehr nur ein nahöstlicher. Er beeinflusst die weltweiten Energiemärkte, den internationalen Seeverkehr und die Sicherheit der Mittelmeerländer.
Und das Erscheinen von Kriegsschiffen vor der Küste Zyperns ist nur eines der Anzeichen dafür, dass sich die Geografie des Krieges allmählich ausweitet, immer mehr Staaten hineinzieht und die Region zu einem der Hauptpunkte globaler Spannungen macht.
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