Zypern schließt sich internationaler Operation gegen Betrugsnetzwerk mit gefälschten Medikamenten an
Zypern ist eines von 15 Ländern, die an einer großangelegten internationalen Operation gegen ein kriminelles Netzwerk beteiligt waren, das mit gefälschten Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln handelte. Die Operation fand am 12. Mai unter der Koordination von Eurojust und Europol statt.
Wie Eurojust in einer Pressemitteilung bekannt gab, verdiente die kriminelle Gruppe rund 240 Millionen Euro durch den Online-Vertrieb von Präparaten, die als wirksame Mittel zur Behandlung schwerer und unheilbarer Krankheiten ausgegeben wurden.
Zypern beteiligte sich über das Büro des Generalstaatsanwalts und die Polizei der Republik Zypern an den Ermittlungen. Im Rahmen gemeinsamer Aktionen sammelten die Strafverfolgungsbehörden Beweise, nahmen mehrere Hauptverdächtige fest und beschlagnahmten große Produktmengen.
Den Ermittlungen zufolge gründete das kriminelle Netzwerk seit 2019 Dutzende Unternehmen und verkaufte über 400 Arten von nicht lizenzierten Nahrungsergänzungsmitteln unter verschiedenen Namen. Zur Vermarktung der Produkte nutzten die Betrüger Hunderte von Websites und Social-Media-Accounts, wobei sie häufig Fotos bekannter Persönlichkeiten und fiktiver Ärzte veröffentlichten.
Eine besondere Rolle spielten Callcenter, deren Mitarbeiter sich als medizinische Fachkräfte ausgaben und Menschen davon überzeugten, auf verschriebene Behandlungen zugunsten der „Wundermittel“ zu verzichten. Laut Eurojust setzten einige Opfer ihre echten Medikamente ab, was zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führte.
Im Rahmen der Operation fanden Durchsuchungen an 113 Orten in Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Polen, Rumänien und Moldawien statt. In Rumänien wurden 196 Websites gesperrt, die gefälschte Medikamente verkauften, und in Bulgarien wurde ein Zentrallager der Gruppierung entdeckt.
Die Ermittlungen dauern an. Die europäischen Strafverfolgungsbehörden beabsichtigen, alle Mitglieder des Netzwerks zu identifizieren und weitere Betrugsfälle aufzudecken.
Sie könnten auch interessiert sein an:
- Limassol erhält ab nächster Woche zusätzliche 10.000 Kubikmeter Wasser pro Tag
- Victoza-Engpass in Zypern: Diabetespatienten werden auf Ozempic umgestellt
- Bewohner von Akrotiri bereiten Klage gegen den Bau eines Komplexes mit 32 Antennen britischer Basen vor
- „Fenster der Möglichkeiten“ in Frage gestellt: In der TRNZ wurden die Aussagen von Christodoulides kritisiert
- Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Wissenschaft und Technik auf Zypern sind Frauen


Kommentare