Gefahr durch superresistente Krankenhausinfektionen auf Zypern steigt
Zypern gehört zu den europäischen Ländern, in denen die Ausbreitung gefährlicher Bakterien verzeichnet wird, die gegen stärkste Antibiotika resistent sind. Dies belegen die Ergebnisse der größten europäischen Genomstudie, die in der Fachzeitschrift Lancet Microbe veröffentlicht wurde und von einem Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) begleitet wird.
Die Studie umfasste mehr als 300 Krankenhäuser in 36 europäischen Ländern und widmete sich sogenannten superresistenten Enterobakterien — Mikroorganismen, die selbst gegen Carbapeneme immun sind. Diese Antibiotika gelten als eines der letzten und wirksamsten Mittel zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen.
Auf Zypern erregte das Bakterium Klebsiella pneumoniae besondere Aufmerksamkeit der Wissenschaftler, das häufig Krankenhausinfektionen verursacht und besonders gefährlich für Patienten auf der Intensivstation sowie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist.
Den Studiendaten zufolge wurden im Jahr 2019 auf der Insel 60 invasive Stämme von Klebsiella pneumoniae registriert. Acht davon erwiesen sich als carbapenem-resistent — das sind 13,3 % der Gesamtzahl. Mit anderen Worten: Etwa jeder achte identifizierte Stamm sprach nicht auf die Behandlung mit einigen der stärksten Antibiotika der modernen Medizin an.
Experten warnen, dass die Carbapenem-Resistenz die Behandlung von Patienten erheblich erschwert, das Risiko schwerer Komplikationen erhöht und zur Ausbreitung von Infektionen in Krankenhäusern beiträgt.
Das ECDC stellt fest, dass sich die Situation in Europa im Vergleich zu früheren Daten aus den Jahren 2013–2014 verschlechtert hat. Zusätzliche Besorgnis erregt die Verbreitung des NDM-5-Gens beim Bakterium E. coli — dieses Gen ist mit einer extrem hohen Antibiotikaresistenz verbunden.
Fachleute betonen die Notwendigkeit einer strengeren Kontrolle des Antibiotikaeinsatzes, der Verstärkung von Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern und einer ständigen Überwachung gefährlicher Stämme. Ohne dies könnten superresistente Infektionen zu einem dauerhaften Problem für die europäischen Gesundheitssysteme werden.
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