Zyperns Tourismus unter Druck: Verlust israelischer Touristen bedroht Brancheneinnahmen
Die Einnahmen aus dem Tourismus auf Zypern zeigten Anfang 2026 ein stetiges Wachstum, doch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich bereits spürbar auf die Branche aus. Nach Angaben des Statistischen Dienstes beliefen sich die Einnahmen im Februar auf 85,3 Mio. Euro, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, und im Zeitraum Januar–Februar erreichte das Wachstum 7,4 %. Der Anstieg der Touristenzahlen bestätigte ebenfalls die positive Dynamik: Im Januar und Februar wurde ein Zuwachs bei den Ankünften von 8,5 % bzw. 9,5 % verzeichnet. Die durchschnittlichen Ausgaben der Touristen sanken jedoch um 2,3 % auf 581,85 Euro pro Person.
Ein Schlüsselfaktor bleibt die Struktur des Touristenstroms. Im Februar waren Touristen aus Israel mit durchschnittlich 157,15 Euro pro Tag die Spitzenreiter bei den Ausgaben – deutlich mehr als Gäste aus Großbritannien und Polen. Gleichzeitig belegte Israel den dritten Platz bei der Zahl der Ankünfte. Die Situation änderte sich im März nach Beginn des militärischen Konflikts drastisch: Die Gesamtzahl der Touristen ging um 30,7 % zurück, und der Strom aus Israel verschwand praktisch vollständig (Rückgang um 94,6 %). Angesichts der hohen Kaufkraft dieser Tourismuskategorie erwarten Experten negative Auswirkungen auf die Brancheneinnahmen in den kommenden Monaten.
Sie könnten auch interessiert sein an:
- Zypern hinkt bei der Beschäftigung in multinationalen Unternehmen hinterher: Neue Eurostat-Daten
- Zypern gehört zu den EU-Spitzenreitern beim niedrigen Armutsrisiko für Familien mit Kindern
- Rekordverdächtiger Wahlkampf: 753 Kandidaturen für die Parlamentswahlen eingereicht
- Arbeitslosigkeit auf Zypern steigt: April zeigte besorgniserregende Dynamik
- Europa am Rande eines Kerosinmangels: Was den Luftverkehrsmarkt und die Tourismussaison bedroht

