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Tourismus auf Zypern bedroht: Branche erwartet Einbruch um bis zu 15 % im Jahr 2026

19.05.2026 / 09:50
Nachrichtenkategorie

Nach dem Rekordjahr 2025, in dem Zypern erstmals mehr als 4,5 Millionen Touristen begrüßte, sieht sich die Tourismusbranche des Landes nun mit einem herben Rückschlag konfrontiert. Nach Prognosen von Haris Papacharalambous, dem Präsidenten des Verbandes der zyprischen Reisebüros (ACTA), könnte der Rückgang des Touristenstroms bis Ende 2026 zwischen 10 % und 15 % betragen.

Ihm zufolge war der April noch schwächer als der März, in dem die Touristenzahl im Vergleich zum Vorjahr bereits um 31 % zurückgegangen war. Im April könnte der Einbruch 40 % erreichen. Eine stabilere Lage wird voraussichtlich erst zum Herbst zurückkehren — im September und Oktober könnte sich der Abstand zu den Zahlen von 2025 auf 5–7 % verringern.

Die ACTA führt die Verschlechterung der Situation auf die Instabilität in der Region und eine allgemeine Verunsicherung der Touristen zurück. Als Faktoren, die den Markt beeinflussen, werden die Krise im Nahen Osten, die Spannungen rund um den Iran und die Zwischenfälle im Zusammenhang mit dem britischen Stützpunkt Akrotiri genannt.

Experten weisen darauf hin, dass Reisende Buchungen immer häufiger bis zum letzten Moment hinauszögern. Zusätzlichen Druck erzeugen die steigenden Treibstoffpreise und die Ungewissheit auf dem britischen Markt, welcher nach wie vor die wichtigste touristische Quelle für Zypern darstellt. Im Jahr 2025 kamen rund 31 % aller Besucher aus Großbritannien.

Der Nachfragerückgang hat bereits zu einer Reduzierung des Flugverkehrs geführt: Das Sitzplatzangebot auf Flügen nach Zypern sank um rund 5 %. Nach Angaben von Branchenvertretern bricht das Passagieraufkommen jedoch noch schneller ein, sodass viele Flüge mit geringer Auslastung durchgeführt werden.

Der Tourismus bleibt einer der Schlüsselsektoren der zyprischen Wirtschaft und erwirtschaftet etwa 14 % des BIP des Landes. Ein Rückgang der Touristenzahlen wirkt sich direkt auf das Hotelgewerbe, Restaurants, den Handel und den Dienstleistungssektor aus, insbesondere während der Sommersaison.

Gleichzeitig reisen die Einwohner Zyperns weiterhin intensiv ins Ausland; ein nennenswerter Rückgang des Outbound-Tourismus wird vorerst nicht erwartet.

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