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Die EZB warnte Europa vor anhaltender Inflation vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten

22.05.2026 / 16:28
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Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, warnte, dass die Folgen der Krise im Nahen Osten die Inflation in Europa auf lange Sicht hoch halten könnten. Diese Erklärung fiel bei der Sitzung der Eurogruppe in Nikosia, wo die Finanzminister und die Notenbankchefs die Folgen des neuen Energieschocks für die Wirtschaft der EU diskutierten.

Laut Lagarde werden die Preise in Europa selbst im Falle einer raschen Deeskalation des Konflikts kaum auf das frühere Niveau zurückkehren. Sie betonte, dass der Inflationsdruck aufgrund der verzögerten Folgen der Krise anhalten könnte.

Den aktualisierten Prognosen der Europäischen Kommission zufolge wird die Inflation in der EU im Jahr 2026 3,1 % erreichen, während sich das Wirtschaftswachstum auf 1,1 % verlangsamen wird. Im Euroraum wird ein BIP-Wachstum von 0,9 % erwartet, während die Energiepreise etwa 20 % über dem Vorkrisenniveau bleiben werden.

Der EU-Kommissar für Wirtschaft, Valdis Dombrovskis, erklärte, dass der Konflikt bereits Auswirkungen auf Wachstum, Inflation und die öffentlichen Finanzen der EU-Länder habe. Gleichzeitig sprachen sich die Finanzminister gegen umfangreiche Konjunkturprogramme aus und setzten stattdessen auf gezielte und befristete Hilfsmaßnahmen für Bevölkerung und Wirtschaft.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Christos Pierakakis, betonte, dass Europa noch weit von einem Rezessionsszenario entfernt sei, die Risiken für die Wirtschaft jedoch weiterhin hoch seien, insbesondere vor dem Hintergrund der Spannungen um die Straße von Hormus.

Zu den Themen des Treffens gehörte auch die Lage in Zypern, das als eines der EU-Länder gilt, die besonders empfindlich auf energie- und geopolitische Erschütterungen in der Region reagieren. Brüssel erwägt jedoch bislang keine separaten umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen für die Republik, sondern schlägt vor, bereits bestehende EU-Fonds zu nutzen, darunter RepowerEU und den Aufbau- und Resilienzfonds.

Bei der Sitzung wurden auch die langfristigen Probleme Europas erörtert: steigende Wohnkosten, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und die Einführung des digitalen Euro. Beim Europäischen Stabilitätsmechanismus wurde gewarnt, dass die EU der US-Wirtschaft weiterhin hinterherhinkt und mehr Investitionen sowie Innovationen benötigt.

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