Fidan: Die EU muss sich gegenüber der Türkei entscheiden, sonst bleibt die Zusammenarbeit in einer Sackgasse

Der türkische Außenminister Hakan Fidan erklärte, dass das Fehlen einer klaren Position der Europäischen Union zur Mitgliedschaft Ankaras trotz des erheblichen Kooperationspotenzials zwischen den Parteien zu einer strategischen Sackgasse führe.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der österreichischen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger merkte Fidan an, dass die Vereinigung von Europa und der Türkei einen Raum mit etwa 500 Millionen Einwohnern bilde, der in der Lage sei, bedeutende Ergebnisse in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und Energie zu erzielen.
Dabei betonte er, dass selbst kleine Staaten Prozesse blockieren könnten, was seiner Meinung nach die Entwicklung der Beziehungen bremse und eine Entscheidung seitens der EU selbst erfordere.
Der Chef der türkischen Diplomatie wies erneut auf den fehlenden politischen Willen in Brüssel hin. Ankara bestehe nicht auf einem bedingungslosen Beitritt, erwarte aber ein klares Signal: Wenn die Türkei alle Kriterien erfüllt, müsse sie die Mitgliedschaft erhalten. „Das Problem ist, dass es ein solches Versprechen nicht gibt“, stellte er fest.
Fidan unterstrich zudem die wirtschaftliche gegenseitige Abhängigkeit der Partner. Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und der EU nähere sich bereits 250 Milliarden Dollar, und die Modernisierung der Zollunion könnte diesen Wert auf 500 Milliarden steigern.
Trotz institutioneller Meinungsverschiedenheiten merkte der Minister an, dass die bilateralen Beziehungen der Türkei zu den meisten europäischen Ländern stabil blieben, insbesondere in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und Energie.
Zur internationalen Agenda erklärte Fidan, dass die Türkei die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unterstütze und eine Verlängerung des Waffenstillstands für wichtig halte. Er betonte, dass eine schnelle Beilegung unwahrscheinlich sei und die kommenden Tage kritisch für die Stabilität in der Region seien, einschließlich der Situation um die Straße von Hormus.
Ankara unterstütze zudem die Vermittlungsbemühungen Pakistans und beabsichtige, weiterhin eine aktive diplomatische Rolle auf der internationalen Bühne zu spielen.
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