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Mangel an lebenswichtigen Medikamenten für chronisch Kranke auf Zypern aufgetreten

20.05.2026 / 16:25
Nachrichtenkategorie

Auf Zypern wurde ein Mangel an mehreren Medikamenten für Patienten mit chronischen Krankheiten sowie an Ernährungsmischungen für Menschen mit Sondenernährung registriert. Die Krankenversicherungsorganisation und das Gesundheitsministerium versuchen dringend, Ersatz zu finden, doch ein Teil der Patienten ist bereits gezwungen, die Behandlung selbst zu bezahlen.

Die ernste Situation betrifft vor allem das Medikament Carbimazole 5mg, das bei Hyperthyreose und Morbus Basedow eingesetzt wird. Nach Angaben des GeSY-Systems werden neue Lieferungen erst im Januar 2027 erwartet. Ärzten wird empfohlen, Patienten auf alternative Medikamente umzustellen.

Zudem besteht weiterhin ein Mangel an Seroquel XR 50mg zur Behandlung von bipolaren Störungen, Schizophrenie und Depressionen. Die Wiederaufnahme der Lieferungen wird für Juni erwartet, es gibt jedoch noch keine Alternativen.

Das dritte problematische Medikament ist Epirubicin für Krebspatienten. Die Behörden bezeichnen den Mangel als vorübergehend und erwarten in den kommenden Tagen Lieferungen aus Griechenland.

Zusätzliche Schwierigkeiten haben sich für Patienten mit Gastrostomie ergeben, die spezielle Ernährungsmischungen benötigen. Die Betroffenen klagen über das Fehlen der Produkte in den Krankenhausapotheken und ein kompliziertes bürokratisches System zur Erlangung von Rezepten.

Die Föderation der Patientenverbände Zyperns erklärte, dass einige Familien monatlich Hunderte von Euro für lebensnotwendige Mischungen ausgeben. Vertreter der Organisation kritisierten veraltete Verfahren und Verzögerungen bei der Information der Apotheken.

Experten zufolge kann der Zugang zu neuen Medikamenten auf Zypern mehr als 500 Tage dauern — einer der schlechtesten Werte in Europa.

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