Wahlen auf Zypern: DISY verliert an Boden, ELAM legt zu, und neue Parteien verlieren an Unterstützung
Eine Woche vor den Parlamentswahlen auf Zypern bleibt die politische Intrige hoch. Jüngsten Umfragen zufolge bleibt die DISY-Partei der Spitzenreiter des Rennens, doch ihr Vorsprung vor der AKEL ist auf ein Minimum geschrumpft, während die nationalistische ELAM selbstbewusst den dritten Platz anstrebt.
Wie die Zeitung Philenews feststellt, ist der aktuelle Wahlkampf einer der unvorhersehbarsten in der modernen Geschichte des Landes. Soziologische Studien verzeichnen ein Rekordmaß an Unzufriedenheit mit den traditionellen Parteien, doch die Mehrheit der Wähler neigt nach wie vor dazu, für vertraute politische Kräfte statt für neue Projekte zu stimmen.
Prognosen zufolge könnte DISY etwa 19–20 % der Stimmen erhalten, verglichen mit 27,77 % bei den Wahlen 2021. Der Abstand zur AKEL wird auf nur etwa einen Prozentpunkt geschätzt, was den Kampf um den ersten Platz praktisch bis zum letzten Tag offen hält.
Die AKEL behält unterdessen eine stabile Wählerschaft bei und rechnet damit, Positionen nahe dem Ergebnis der letzten Wahlen zu halten. Die Partei setzt auf die Mobilisierung ihrer traditionellen Anhänger.
Als Hauptgewinner des aktuellen politischen Zyklus gilt die ELAM. Während die Partei 2021 noch 6,78 % holte, werden ihr nun bereits 10–12 % prognostiziert. Besonders starke Positionen zeigt ELAM in der Region Famagusta, wo die Partei zum ersten Mal ernsthaft mit DISY und AKEL konkurriert.
Eine schwierige Situation zeichnet sich für DIKO, EDEK und DIPA ab. Mehrere Parteien laufen Gefahr, ihre parlamentarische Vertretung zu verlieren. Als besonders schwerwiegend wird die Lage der DIPA bezeichnet, deren Umfragewerte auf fast ein Prozent gesunken sind.
Neue politische Projekte, darunter ALMA und die Bewegung „Direkte Demokratie“ von Fidias Panayiotou, konnten zu Beginn des Wahlkampfs Aufmerksamkeit erregen, verloren jedoch zum Finale hin an Dynamik. Analysten führen dies darauf zurück, dass ein Teil der Protestwähler zu vertrauteren politischen Kräften zurückkehrt.
Experten weisen darauf hin, dass das Ergebnis der Abstimmung am 24. Mai weitgehend von der Wahlbeteiligung und der Fähigkeit der Parteien abhängen wird, ihre Anhänger direkt am Wahltag zu mobilisieren.
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