Fragmentiertes Parlament: Führer verlieren an Boden, Koalitionen werden unvermeidlich
Vor den Parlamentswahlen auf Zypern bleibt die politische Landschaft fragmentiert: Die führenden Parteien behaupten ihre Spitzenpositionen, verzeichnen jedoch keinen Zuwachs an Unterstützung, was die Bildung einer Mehrheit ohne eine breite Koalition praktisch unmöglich macht.
Die Regierungspartei DISY hält etwa 20 %, doch ihre Wählerbasis weitet sich nicht aus und bleibt bei 58 %. Trotz der frühen Bekanntgabe der Kandidaten gab es seit dem Herbst keine wesentlichen Veränderungen.
Die oppositionelle AKEL verliert weiter an Boden: von 21 % im September auf aktuell 18,5 %. Gleichzeitig verfügt die Partei über eine hohe potenzielle Basis (76 %), was auf eine mögliche Mobilisierung hindeutet, bisher jedoch ohne Ergebnis blieb.
Den dritten Platz belegt die ELAM mit 12,6 %, obwohl dieser Wert im Vergleich zu früheren Umfragen gesunken ist. Die Unterstützung für die Partei ist bei Männern und Jugendlichen deutlich höher.
Die politische Bewegung „Odysseas Michaelides ALMA“ hat sich bei 8,9 % stabilisiert, nachdem sie anfänglich zweistellige Ergebnisse erzielt hatte, behält jedoch starke Positionen in Nikosia und Limassol.
Die DIKO verharrt bei 7,4 %, wobei die Ernennung von Parteivertretern in Ministerämter nicht zu einem Anstieg der Popularität geführt hat.
Die Partei „Direkte Demokratie“ von Fidias Panayiotou verliert an Dynamik – ihre Unterstützung sank nach einem anfänglichen Aufschwung auf 5,7 %.
Gleichzeitig verzeichnet Volt Cyprus ein Wachstum auf 4,2 %, doppelt so viel wie im Dezember. Experten weisen jedoch darauf hin, dass aktuelle politische Skandale die Dynamik beeinflussen könnten und die Nachhaltigkeit des Wachstums noch fraglich ist.
Unter den kleineren Parteien haben die EDEK (2,4 %) und die Grünen (2,1 %) bessere Chancen, ins Parlament einzuziehen, als ihre Konkurrenten mit niedrigeren Umfragewerten.
Analysten stellen fest: Keine Partei wird in der Lage sein, alleine eine Mehrheit zu bilden. Um eine Regierung zu bilden, wird die Zusammenarbeit von mindestens vier politischen Kräften erforderlich sein, was das künftige Parlament noch abhängiger von komplexen Koalitionsverhandlungen macht.
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