Cyprus, Nicosia

Wohnkomplex für 500 Personen in Larnaka könnte evakuiert werden: Gebäude wird auf Baufälligkeit geprüft

02.05.2026 / 12:28
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In Larnaka wird die Evakuierung eines großen Wohnkomplexes in Erwägung gezogen, in dem etwa 500 Personen leben. Anlass war eine vorläufige technische Bewertung, die auf eine mögliche Instabilität des Gebäudes hinwies. Eine endgültige Entscheidung wird nach einem detaillierten Gutachten eines privaten Ingenieurs getroffen.

Nach Informationen der Zeitung Philnews wurde die Erstprüfung bereits abgeschlossen und potenzielle Konstruktionsrisiken identifiziert. Die Behörden betonen jedoch, dass es derzeit keinen Grund für eine sofortige Räumung gibt.

In dem Komplex leben sowohl Dauerbewohner als auch Mieter, darunter Nutzer von Kurzzeitmieten über Airbnb. Unter ihnen befinden sich zyprische Staatsbürger und Ausländer.

Der Vorsitzende der Bezirksorganisation der lokalen Selbstverwaltung von Larnaka, Angelos Hadjicharalambous, erklärte, dass alle Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage eines vollständigen technischen Berichts getroffen werden. Seiner Meinung nach können Menschen nicht allein aufgrund vorläufiger Daten delogiert werden. Das Gutachten des Ingenieurs wird in den nächsten Tagen erwartet.

Die Gemeinde weist darauf hin, dass dies kein Einzelfall ist. In der Stadt wurden weitere potenziell problematische Gebäude identifiziert; insgesamt stehen etwa 565 Objekte auf der Prüfliste. Detaillierte technische Gutachten liegen jedoch nur für einen Teil davon vor. Bis vor Kurzem konnten in Larnaka etwa 100 Gebäude inspiziert werden, doch nach jüngsten tragischen Ereignissen in einer Nachbarregion wurden die Kontrollen beschleunigt.

Die Situation auf der gesamten Insel bleibt angespannt. In Limassol wird bereits ein Wohnkomplex für die Evakuierung vorbereitet, in dem 20–30 Familien leben. Dort wird ein schrittweises Umsiedlungsverfahren angewandt: Zuerst erhielten die Bewohner drei Monate Zeit für den Auszug, dann wurde die Frist auf drei Tage verkürzt, woraufhin rechtliche Schritte eingeleitet wurden.

Die Aufmerksamkeit für das Problem verschärfte sich nach dem Einsturz eines baufälligen Hauses im Viertel Germasogeia im April. Bei der Tragödie kamen zwei Menschen ums Leben und drei wurden verletzt, obwohl die Bewohner weiterhin für ihre Wohnungen bezahlten.

Nun hängt das Schicksal des Gebäudes in Larnaka von einem einzigen Dokument ab – dem Ingenieurgutachten, das darüber entscheidet, ob hunderte Menschen ihre Wohnungen dringend verlassen müssen.

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